Monatsrückblick Mai

Monatsrückblick Mai

Viel Bewegung – ein bisschen weniger Kontrolle

Wenn ich den Mai in einem Satz zusammenfassen müsste, dann wahrscheinlich so: viel Bewegung – und ein bisschen weniger Kontrolle. Und zwar in mehrfacher Hinsicht.

Körperlich war dieser Monat deutlich aktiver als die Zeit davor – kein Wunder: Es war der erste Monat seit November ohne Schnee und Kälte. Mehr Bewegung, mehr draußen sein. Mal einfach laufen, mal ein „Mini-Triathlon“ morgens – erst mit dem Fahrrad zum Attlesee, dann dort Walken und zum Abschluss schwimmen (na gut: kurz untertauchen). Kein Hochleistungssport, aber genug, um zu merken: Das tut mir gut. Nicht als Pflichtprogramm und auch nicht unter dem Motto „man müsste mal“, sondern einfach, weil ich mich danach besser fühle.

Dazu kam etwas, was ich lange vor mir hergeschoben hatte: wieder ins Fitnessstudio gehen. Probetraining in Oy, Vertrag unterschrieben. Mal schauen, wie nachhaltig die Begeisterung ist – aber zumindest fühlt es sich gerade nach einem guten Schritt an.

Viel los im Kopf und auf dem Schreibtisch

Beruflich war der Mai voll. Sehr voll. Porträts, Fachartikel, Herstelleranfragen, Interviews, Themenplanung, Social Media, Strategiegespräche, Mails, Telefonate – manchmal hatte ich das Gefühl, ständig zwischen Themenwelten hin und herzuspringen.

Und trotzdem fiel mir in diesem Monat wieder auf: Ich bin unglaublich dankbar für meine Selbstständigkeit.

Ja, manchmal ist es viel. Und ja, manchmal arbeite ich zu lange oder denke zu viel parallel. Aber ich kann morgens an den See fahren. Ich kann später anfangen, dafür abends länger arbeiten oder einen Feiertag schlicht ignorieren. Ich muss niemanden fragen. Ich darf meine Arbeit weitgehend so gestalten, wie sie zu mir passt – projektbezogen, abwechslungsreich und selbstbestimmt, auch wenn die Verantwortung manchmal groß ist.

Das ist ein Privileg, das mir im Mai wieder sehr bewusst geworden ist.

Nicht alles reparieren

Ein großes Thema war außerdem Kontrolle. Oder vielleicht besser: das langsame Üben, nicht alles kontrollieren zu wollen.

Ich neige dazu, viel Verantwortung zu übernehmen, Dinge vorzudenken, Lösungen zu suchen und Unruhe möglichst schnell zu beseitigen – sowohl beruflich als auch privat. Vermutlich eine Mischung aus Fürsorge, Pragmatismus und einem gewissen Sicherheitsbedürfnis.

Im Mai habe ich zumindest angefangen zu üben, manches stehen zu lassen: nicht sofort zu reparieren, nicht jede Sorge direkt lösen zu wollen, mich nicht gleich angesprochen zu fühlen. Menschen ihre Verantwortung zu lassen – auch wenn mir das nicht immer leicht fällt.

Ob ich darin schon gut bin? Eher nicht. Aber ich glaube, ich werde ein kleines bisschen besser.

Die kleinen guten Dinge

Und dann waren da noch die kleinen Dinge, die den Monat schön gemacht haben: Katzenmomente zwischendurch – ein bisschen Streicheln, Gesellschaft auf der Terrasse oder Begleitung beim Spaziergang ums Haus. Das Läuten der Kuhglocken. Ein gutes Gespräch mit Kollegen. Comedy in Kempten. Eis von der Eisdiele gegenüber vom Büro – oder Kuchen aus dem Café im Erdgeschoss. Der Blick auf Berge und die Erkenntnis: Ich wohne wirklich verdammt schön.

Der Mai war kein Monat der großen Durchbrüche – aber einer, in dem sich einiges in Bewegung gesetzt hat.

Monatsrückblick April

Monatsrückblick April


Der Monatsrückblick nervt mich gerade. Weil er mir vor Augen führt, wie erschreckend unspektakulär mein Leben ist. Monatsrückblicke leben von Ereignissen. Von Besonderem, von Ausgefallenem, von Ungewöhnlichem. Spannende Termine, tolle Begegnungen, neue Erlebnisse.

Und dann ist da hinter dem Haus seit mehr als einem Jahr eine riesige Baustelle, auf der nichts passiert. Gefällte Bäume liegen herum, ein paar Stücke Wiese sind noch da, ansonsten viel Boden und Kies. Und mein „Ereignis“ besteht darin, dort fast jeden Abend mit unserer Katzenbande entlangzulaufen. Mit ihnen zu spielen, mich auf einen Baumstumpf zu setzen und ihnen dabei zuzuschauen, wie alles spannend ist: jeder Grashalm, der wackelt. Jede Fliege. Jeder Vogel. Jedes Geräusch. Die Katzen wälzen sich mit Wonne auf dem Boden, rennen die Erdhügel hinauf und hinunter, erkunden das Gebüsch – oder setzen sich einfach zu mir und schauen mit mir in die Gegend.

Ich verbringe viel Zeit mit Dingen, die man vermutlich als banal bezeichnen würde. Spazierengehen auf zwei, drei bekannten Wegen. Eine Runde durch den Ort. Ein bisschen Fahrrad fahren – keine großen Touren, sondern zum 30. Mal dieselbe Seenrunde. Irgendwo sitzen und gucken. Oder hören. Gerade das Hören war diesen Monat plötzlich sehr präsent. Der April fing noch einmal mit Schnee an. Liegen blieb er nicht, aber beim Tauen wurde es laut: Es tropfte, es plätscherte, es rann, es sickerte, es gluckerte, es rauschte. Der Übergang in den Frühling war nicht zu sehen, sondern zu hören. Und ich fand es faszinierend, die vielen verschiedenen Geräusche einzufangen.

Vielleicht ist das das eigentlich Merkwürdige an diesem Monatsrückblick: Dass wenig passiert ist – und trotzdem einiges da war.

Über Ostern hatte ich Zeit zu zeichnen. Bis es wirklich mit dem Zeichnen losgeht, braucht es jedes Mal mehr Geduld, als ich eigentlich habe: Motiv finden (was manchmal länger dauert als das Zeichnen selbst), Papier aussuchen, Umrisse anlegen, Stifte zusammenstellen, alles aufbauen. Und dann sitzt man da – und durchläuft beim Zeichnen tagelang eine ganze Reihe von Gefühlszuständen: Vorfreude, Neugier, Anspannung, Zweifel, Motivation, Begeisterung, Frustration, Erleichterung – je nachdem, wo man gerade im Bild steckt.

Was mir dieser Monat auch wieder gezeigt hat: Manchmal reichen kleine Auszeiten nicht, sondern der Körper möchte mehr. Er nimmt sich letztlich auf Umwegen, was er braucht – und ist dabei durchaus erfinderisch.

Bei mir war es eine Magen-Darm-Grippe. Von 100 ging es innerhalb weniger Stunden auf nahezu null. In einem Augenblick noch am Schreibtisch, im nächsten auf der Toilette – und dann fast eine Woche komplett raus. Am dritten Tag dachte ich, es müsste doch wieder gehen. Tat es aber nicht. Es geht nicht schneller, nur weil man es gerne hätte. Und wenn man es trotzdem versucht, zahlt man direkt wieder drauf. Der Körper ist da wenig kompromissbereit.

Ein Nebeneffekt davon: Ich habe mit dem Rauchen aufgehört. Das hat 2013 schon einmal für zehn Jahre geklappt – jetzt hoffentlich wieder.

Monatsrückblick März

Monatsrückblick März

Irgendwie dazwischen

Der März hatte etwas von „zwischen den Welten“: Zwischen Teams und Alleinsein, zwischen dazugehören und beobachten, zwischen konkreter Zusammenarbeit und eher losem Austausch.

Ein schöner Auftakt war ein Brunch, zu dem die Chefs meines „Kino-Minijobs“ die Mitarbeitenden eingeladen hatten. Für mich ist ein Essen mit Kolleginnen und Kollegen fast exotisch. Als Freiberuflerin habe ich keinen festen Platz in einer Organisation, kein „Wir“ im klassischen Sinn – und dann war ich hier mittendrin. Ungewohnt, aber sehr schön. Vor allem, weil man so die Menschen, mit denen und für die man arbeitet, noch ein bisschen besser kennenlernt.

Foto: Alpenfilmtheater Füssen

Begegnungen vor Ort

Ein paar Tage später ging es zur Mitgliederversammlung des GaLaBau-Verbands Baden-Württemberg nach Karlsruhe. Ich freue mich immer, Menschen, die man fast das ganze Jahr nur über soziale Medien oder Messenger wahrnimmt, live zu sehen. Diesmal habe ich mich intensiver mit einigen Fördermitgliedern ausgetauscht und einige spannende Anregungen mitgenommen – unter anderem einen konkreten Tipp für meinen eigenen Besuch der GaLaBau im September.

Die Vorträge in Karlsruhe – zwei Coaches mit dem Schwerpunkt Führung – haben wieder einmal bestätigt: Am Wissen fehlt es nicht. Seit Jahren ist klar, was gute Führung ausmacht. Und trotzdem scheitert sie im Alltag erstaunlich zuverlässig.

Gar nicht so selten sind Mitarbeitende mit Widersprüchen konfrontiert, die Energie kosten: Sie sollen mitdenken, aber gleichzeitig jeden Schritt absichern lassen. Eigenverantwortung wird eingefordert – und im nächsten Moment wieder eingefangen. Dazu kommt eine Kommunikation, die entweder gar nicht stattfindet oder so spät, dass sie nur noch Schaden begrenzen kann. Statt Klarheit entsteht Reibung, statt Vertrauen Kontrolle. Und nicht selten drehen sich ganze Strukturen mehr um Befindlichkeiten als um Inhalte.

In solchen Momenten bin ich dankbar, freiberuflich zu arbeiten. Weil ich nicht nur Verantwortung übernehmen muss, sondern es auch darf. Und das ist ein großes Geschenk.

Fremd und doch mittendrin

Die Mitgliederversammlung in Hessen-Thüringen in Seeheim-Jugenheim begann mit einem anderen Gefühl: zunächst habe ich mich fremd gefühlt. Nach 25 Jahren als Journalistin in der Branche gibt es immer weniger vertraute Gesichter auf solchen Veranstaltungen. Am frühen Abend war ich innerlich schon auf dem Sprung. Und dann – wie so oft – entwickeln sich Gespräche. Begegnungen entstehen. Am Ende war es genau der richtige Ort zur richtigen Zeit. Und für mich wieder einmal die Erkenntnis, dass man den Dingen manchmal einfach ihren Lauf lassen muss.

Ähnlich ambivalent die Dataflor-Unternehmertage in Frankfurt auf dem DFB Campus. Inhaltlich spannend, thematisch klar in die Zukunft gerichtet – KI im GaLaBau, rund 180 Teilnehmende. Gleichzeitig auch hier dieses vertraute Gefühl des „Fremdseins“: Die Landschaftsgärtner untereinander bewegen sich auf einer anderen Ebene, mit gemeinsamen Erfahrungsräumen, die mir fehlen. Als Fachjournalistin stehe ich immer ein Stück daneben – was nicht unbedingt ein Nachteil ist.

Der Mehrwert solcher Termine liegt für mich genau darin: weniger im „Dazugehören“ als im Dazwischenstehen. Zuhören, Muster erkennen, Entwicklungen einordnen. Vielleicht ist das die Linie dieses Monats: nicht ganz irgendwo dazugehören – aber gerade darin arbeitsfähig sein.

Wenn es einfach funktioniert

Und gleichzeitig gibt es die andere Seite meiner Arbeit: wenn Dinge konkret werden und einfach funktionieren.

Parallel zu den Terminen sind die ersten GartenVisionen-Magazine bei den Kunden angekommen. Die Rückmeldungen sind bisher durchweg positiv. Seit mittlerweile 16 Jahren entwickeln wir hier in Nesselwang ein individualisierbares Kundenmagazin für GaLaBau-Betriebe – ein Produkt, das nicht wie ein Newsletter weggeklickt, sondern immer wieder in die Hand genommen wird.

Während in diesem Monat vieles in Bewegung war, setzt der März hier noch einmal einen ganz eigenen Schlusspunkt. Er hat sich mit viel Schnee im Allgäu verabschiedet. Im Rhein-Main-Gebiet war ich schon inmitten von Grün und Blüten, hier habe ich noch einmal zur Schneeschaufel gegriffen. Was den Frühling angeht, sind wir in Nesselwang nicht dazwischen – sondern deutlich dahinter.

Zwei-Monats-Rückblick

Zwei-Monats-Rückblick

Der Jahresanfang trägt ja immer diesen Erwartungsdruck in sich. Gute Vorsätze. Mehr Sport. Mehr Struktur. Mehr Sichtbarkeit. Mehr von allem. Ich weiß nicht, wie es anderen geht – aber bei mir frieren diese guten Vorsätze regelmäßig mit den Temperaturen ein. Wenn es draußen kalt ist, werde ich langsamer. Ich gehe ungern raus. Ich bewege mich weniger, als ich mir vorgenommen habe. Selbst der 10-min-Fußweg ins Büro wird häufiger mit dem Auto zurückgelegt als ich eigentlich geplant habe.

Und trotzdem: Stillstand war es seit Jahrensanfang nicht. Ich bin in den ersten Wochen wieder einmal intensiv in redaktionelle Prozesse eingetaucht. Alle Jahre wieder unterstütze ich im Januar eine Kollegin während der Herstellungsphase einer Zeitschrift. Texte bearbeiten, Beiträge layoutfertig machen, mit der Grafik abstimmen. Daraus ist eine Ausgabe entstanden, die auch meine Handschrift trägt, ohne dass mein Name vorne draufsteht. Parallel dazu habe ich viele Beiträge geschrieben: Fachtexte, Pressemitteilungen, Interviews und Social Media Posts. Letzteres nicht für mich – hier habe ich mir eine kleine Pause gegönnt.

Investition in Können und Workflow

Um nicht immer wieder bei Null anzufangen, arbeite ich kontinuierlich mit dem Redaktionssystem – auch wenn ich das als freiberufliche Journalistin nicht müsste. Das entlastet die festangestellten Kolleginnen und Kollegen und versetzt mich in die Lage, im Falle eines Falles auch mal einspringen zu können.

Ja, es kostet etwas mehr Zeit. Ich sehe das allerdings als Investition in meine Zukunft. Schon nach meinem Volontariat bin ich bei zwei Arbeitgebern deutlich tiefer in Bildbearbeitung und Grafikprogramme eingestiegen, als ich es als reine Redakteurin gemusst hätte. Damals war das einfach Teil des Jobs. Heute weiß ich: Genau dieses zusätzliche Wissen hat mir später Aufträge ermöglicht, die ich ohne dieses Verständnis für Gestaltung und Produktionsabläufe nie bekommen hätte.

Man weiß vielleicht in dem Moment nicht, wofür man etwas lernt. Aber manches erweist sich Jahre später als entscheidender Unterschied. Und der Workflow ist schlicht effizienter, wenn man versteht, was diejenigen brauchen, die am Produktionsprozess von Printprodukten beteiligt sind.

Druckereien, Daten und Nerven

Ein größerer Block in diesen Monaten war die Suche nach passenden Druckereien für unser Kundenmagazin. Und ich gebe zu: Das war nicht der angenehme Teil. Jede Druckerei arbeitet mit eigenen Datenanforderungen. Eigene Vorlagen, eigene Spezifikationen, eigene Vorstellungen davon, wie ein Workflow auszusehen hat. Manche sind auf professionelle Grafiker eingestellt. Andere sind so aufgebaut, dass auch Laien ihre Dateien hochladen können – was gestalterisch nicht immer hilfreich ist und den Grafiker, und den Grafiker, der jedes Jahr sein Herzblut in die Gestaltung legt, diesmal an den Rand der Verzweiflung gebracht hat.

Eine gute Online-Druckerei zu finden bedeutet: anpassen, neu anlegen, prüfen, exportieren, erneut prüfen. Und feststellen, dass die nächste Druckerei wieder andere Anforderungen hat. Dazu kommen Probedrucke. Mehrere. Weil Papier, Farbe und Verarbeitung stimmen müssen. Das kostet Zeit – und Geld. Beides investiere ich bewusst und vorab, damit am Ende ein Produkt entsteht, hinter dem wir stehen können.

Ja, es kostet Nerven. Versuchen Sie einmal, bei einem größeren Druckdienstleister jemanden im Kundenservice zu erreichen, wenn es nicht um eine Standardbestellung geht. Eine Überraschung allerdings: die Chatfunktion einer Online-Druckerei war hervorragend. Sie hat mich sogar bis zu einem persönlichen Ansprechpartner geführt, der sich Zeit genommen hat, um für uns die ideale Lösung zu finden.

Business as usual – mit Tempo

Wenn ich einen Jahresanfang mit einem Neustart gleichsetze, war es keiner – eher Business as usual, aufgrund der vielen Feiertage sogar mit Tempo. Die guten Vorsätze in Sachen Bewegung und all dem, was man in seinem 60. Lebensjahr beginnen oder beenden möchte, warten übrigens noch auf wärmere Temperaturen.

Fotos: eigene (4), Creapark/pixabay.com (1)

Monatsrückblick November

Monatsrückblick November

Es ist Winter im Allgäu – richtig Winter. Eine Landschaft wie aus dem Bilderbuch: weiß verschneit, Sonnenschein, nur die Skilifte haben noch Pause und öffnen erst im Dezember wieder. Vermutlich läuft es wie jedes Jahr: Wenn die Saison endlich startet, ist der meiste Schnee weg und kommt erst dann zurück, wenn die letzten Feiertage vorbei sind. Eine Ausnahme war der Corona-Lockdown: Schnee ohne Ende – und kein Tourist weit und breit. Und ja, es ist auch kalt. Richtig kalt. Mangels Garage geht es jetzt wieder mit dem Scheibenkratzen los. Ich habe mir dafür einen kleinen Helfer gegönnt: einen elektrischen Eiskratzer. Und ihn auch gleich getestet, wie man hier im Video sehen kann.

Kleine Rettungseinsätze

Diesen Monat hatte ich wenige fest geplante Termine, dafür umso mehr spontane „Kannst du vielleicht grad noch…“-Einsätze. Drei Pressetexte, die ganz schnell fertig werden mussten, weil Termine drängten. Ein Interview, das ich übernommen habe, weil eine Kollegin keine Zeit hatte. Unterlagen versenden, die beim Gegenüber verschwunden waren und noch einmal gebraucht wurden. Ich mag das – dieses Arbeiten unter Zeitdruck. Seit Jahren begleitet mich deshalb ein Calvin-&-Hobbes-Comic zuverlässig durch den Arbeitsalltag und bringt mich regelmäßig zum Schmunzeln, weil er so wahr ist.

Ein Nachmittag für mich und meine Kamera

Im November habe ich tatsächlich getan, was ich mir in den arbeitsreichen Monaten August und September vorgenommen hatte: mir auch mal eine Auszeit zu gönnen. Ein großes Plus an der Freiberuflichkeit als Journalistin ist, sich die Zeit frei einteilen zu können. Also habe ich freitags einen Nachmittag am Hopfensee verbracht. Natürlich nicht ohne eine selbstgestellte Aufgabe: Fotos machen. Was ich beim Fotografieren gelernt habe: Schöne Bilder entstehen nicht nebenbei. Man kann durchaus spazieren und fotografieren, aber eines davon muss Vorrang haben. War der Himmel am Tag zuvor noch strahlend blau gewesen, zeigte er sich jetzt eher milchig. Anfangs fand ich das ärgerlich, dann war es ein Glücksfall: Die Sonne blendete nicht, sondern verlieh der Landschaft eine ganz besondere Stimmung.

Der November und seine stillen Gedenktage

Allerseelen, Totensonntag, Volkstrauertag – im November ist der Tod besonders präsent. Da mein Papa vor zwei Jahren am Totensonntag gestorben ist, war der Monat voller Erinnerungen: an seine Krebserkrankung, an seinen kurzen Aufenthalt hier im Pflegeheim, an den Abschied und daran, wie schön es war, ihn bis zum Schluss begleiten zu dürfen. Und auch Gedanken an meine Mama, die im Herbst 2020 gestorben ist, kamen wieder. Als „Papakind“ war mir mein Vater immer näher, und die Demenzerkrankung meiner Mutter, die sich über zehn Jahre hinzog, hat mich manchmal überfordert. Aber auch bei ihr war ich in den letzten Tagen da und durfte mich verabschieden. Was jetzt da ist: sehr viel Liebe und Dankbarkeit für meine Eltern, die mir so viel Schönes mitgegeben und mich immer unterstützt haben – egal, welchen Weg ich gegangen bin.

Monatsrückblick Oktober

Monatsrückblick Oktober

Nach zwei eher ruhigen Monaten kam im Oktober wieder Leben in meinen Kalender. So viel, dass der Monatsrückblick mit einigen Tagen Verspätung erscheint.

TASPO Awards in Berlin
Ein Höhepunkt war die Taspo-Award-Verleihung im Grand Hyatt. Ich durfte das Innenraumbegrünungs-Netzwerk Element Green begleiten, das in der Kategorie „Beste Kooperation des Jahres“ nominiert war. Seit diesem Jahr übernehme ich den Social-Media-Auftritt des Netzwerks – ein Projekt, das mir viel Freude macht: inspirierende Projekte, abwechslungsreiche Themen und vor allem wunderbare Menschen, die sich mit Herz und Fachwissen dafür einsetzen, Innenräume lebendig zu machen.

Den Living Tree – das Kooperationsprojekt aus der Bewerbung – habe mich mir nun endlich einmal vor Ort angesehen, nachdem ich so viel darüber geschrieben habe. Wir haben damit beim Taspo Award den zweiten Platz erreicht – ein schöner Erfolg. Und ein wichtiges Signal für ein Thema, das in der Grünen Branche noch zu selten im Fokus steht: Grün in Innenräumen ist kein „nice to have“, sondern trägt spürbar zum Wohlbefinden bei.

Besuch in der Bundeshauptstadt

Der Termin brachte mich in die Bundeshauptstadt. Schon am Bahnhof war klar: Großstadt und ich sind ziemlich weit auseinander. Nach ein paar Stunden habe ich mich sehr nach zuhause gesehnt. Nach Bergen, Ruhe und dem Tempo hier. Nesselwang ist der erste Ort, an dem ich mich wirklich zu Hause fühle. Ich mag es, Menschen auf der Straße zu kennen, spontan ins Gespräch zu kommen und mich eingebunden zu fühlen. Hier lebe ich wirklich und wohne nicht nur.

Ausflug nach München

Früher hätte ich Ausflüge mit Ortsvereinen belächelt – heute bin ich mit dabei. Im Oktober hatten die „Blumenfreunde Nesselwang“ und die Bäuerinnen einen Tag in München organisiert: Besichtigung von Schloss Nymphenburg und ein Besuch im Botanischen Garten, und das bei bestem Herbstwetter. Viele der wunderbaren Sommerstauden waren schon am Verblühen. Es hat für mich einen ganz eigenen Charme, wenn Pflanzen sich verabschieden. Einige trotzen noch den kühlen Nächten und leuchten noch einmal um so prächtiger, andere ziehen sich langsam zurück und sehen auch dabei wunderschön aus.

Politisches Kabarett

Ebenfalls im Oktober auf dem Programm: Claus von Wagner im Kornhaus Kempten mit seinem aktuellen Bühnenstück „Equilibrium“. Wobei das mit dem „Kabarett“ so eine Sache ist – oft weiß man gar nicht, ob man lacht, weil es komisch ist, oder weil es so bitter wahr ist, was er über Wirtschafts- und Finanzpolitik erzählt. Trotz allem: Lachen ist besser als resignieren – und auf jeden Fall besser, als rechts zu wählen. Auch wenn es im Moment manchmal gar nicht so leichtfällt, das Kreuzchen auf dem Wahlzettel mit Überzeugung zu setzen.

Beweglich bleiben

Außerdem habe ich eine Woche in der Klinik Überruh (Isny) verbracht – ein Präventionsprogramm der Deutschen Rentenversicherung („RV Fit“), das Bewegung, Ernährung und Stressbewältigung verbindet – und das nachhaltig motiviert: Eine Woche stationäre Betreuung, drei Monate digitale Begleitung durch einen Trainer, drei weitere Monate App – und am Ende ein Wiedereinstiegstermin zur Erfolgskontrolle. Kann übrigens von allen beantragt werden, die in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen, also auch einigen Freiberuflern.

Zum Schluss ein Plädoyer an die Strumpfhosenindustrie
Zum Abschluss aus gegebenem Anlass (der festlichen Garderobe zum anfänglich erwähnten Taspo-Award) noch ein ganz anderes Thema: Wann endlich werden Feinstrumpfhosen in der eigentlichen Größe dort enden, wo sie sollen – und nicht irgendwo kurz über dem Knie? Warum muss man grundsätzlich zwei Größen größer kaufen? Und können wir bitte kurz eins klarstellen: Sogenannte „Shape-Strumpfhosen“ sind nichts anderes als elegante Thrombose-Strümpfe!

Monatsrückblick September 2025

Monatsrückblick September 2025

Septembermomente

Noch einmal Sommer: Das letzte richtig warme Wochenende lockt mich in die Berge. Weit ist der Weg dorthin zum Glück nicht: zehn Minuten mit dem Fahrrad und ich kann starten, diesmal das erste steile Stück mit der Seilbahn. Neben mir im Lift ein Pärchen, das sich über die sonnigen Tage seines Urlaubs freut. Angesichts eines oft verregneten Sommers ein Glücksgriff bei der Urlaubplanung.

Ein festes Ziel habe ich nicht – eher eine Idee, wo es hingehen soll. Erst einmal weiter hinauf, dann Richtung Österreich wieder hinab. Die erste Hütte auf dem Weg hat schon geschlossen, volle Getränkekästen vor der Tür und eine Kassenbox laden dennoch zum Rasten ein. Auch hier ergeben sich kurze Gespräche mit anderen Wanderern. Ich mag diese Begegnungen: Man teilt eine Bank, ein paar Worte, prostet sich zu und geht dann weiter, jeder in seine Richtung aber doch ein bisschen bereichert.

Auch im Alltag habe ich mir in diesem Monat mehr Raum für mich geschaffen. Mehr draußen sein, mehr Spaziergänge, mehr Durchatmen, bevor es an den Schreibtisch geht. Ich habe wieder Zeit für mein Hobby gefunden, das Zeichnen von Tierporträts mit Pastellstiften. Die Wahl eines Motivs, das mich anspricht, dauert manchmal fast genauso lange wie die Zeichnung selbst. Diesmal war es ein flauschiges Entenküken auf dem Wasser. Eine Herausforderung, denn hier gehört der „Hintergrund“ zwingend dazu. Die Spiegelung des Kükens macht das Bild erst komplett. Ich habe es gewagt – und zu Ende gebracht.

Draußen beginnt langsam der Herbst. Morgens liegt schon Nebel auf den Wiesen. Die Pflanzen färben sich braun, Spinnen weben zwischen den Gräsern ihre Netze. Die Sommerferien sind vorbei – es ist merklich ruhiger geworden im Ort. Nun kommen noch all diejenigen zum Urlauben ins Allgäu, die keine schulpflichtigen Kinder haben. Der Lesekreis in unserer wunderbaren Bücherstube hat wieder begonnen. Etwa neunmal im Jahr treffen wir uns – neun bis zehn leidenschaftliche Leserinnen und Leser im Alter von 45 bis 85 – und sprechen über ein Buch, das beim vorherigen Termin ausgewählt wurde.

Im Juli hatten wir uns für „Oben Erde, unten Himmel“ von Milena Michiko Flašar entschieden – ein wunderbares Buch über eine junge Frau in Japan, Single mit Hamster, die sich in ihrem Alleinsein eingerichtet hat. Bei einem neuen Job – dem Reinigen von Wohnungen, in denen Menschen alleine und längere Zeit unbemerkt von anderen gestorben sind – findet sie nicht nur zu sich selbst, sondern auch zu einer Wahlfamilie. Dieses Bild hat mich berührt. Es passt zu dieser Jahreszeit, in der man merkt, wie wichtig Bindung und Zuwendung sind, gerade wenn vieles vergeht.

Vor zwei Jahren begann für mich und meinen Vater in dieser Zeit sein letztes Kapitel. Nach einer Krebsdiagnose im Sommer und einer Augenoperation hatten wir beide uns für einen Platz im Pflegeheim entschieden. Das Universum hat viele Fäden gezogen und wir fanden binnen zwei Tagen einen Platz im Heim in Nesselwang. Uns blieben damals noch zwei intensive, liebevolle und schöne gemeinsame Monate. In diesem Wochen denke ich oft daran, dass es damals nicht nur das Ende des Sommers war, sondern auch der Beginn des Abschieds von meinem Papa.

Der September war in diesem Jahr für mich ein Monat der Übergänge: Wärme und Kühle, Begegnung und Rückzug, Gegenwart und Erinnerung. Er hat mir Arbeit, aber auch Ruhe geschenkt: Spaziergänge, Zeichnen, Bergluft. Jetzt kann er kommen, der Oktober, mit spürbar kürzeren Tagen, klarer Luft – und vermutlich mit Winterreifen.