Monatsrückblick August

Monatsrückblick August

Was man sich so vorstellt

Anfang August bin ich 60 geworden. Darüber habe ich bereits gebloggt, deshalb gibt es jetzt keinen zweiten Geburtstagstext. Vielleicht war es aber ein Anlass, ein bisschen aufmerksamer dafür zu sein, was ich noch alles machen, lernen und ausprobieren möchte – und das ist eine ganze Menge.

Was fertig werden muss

Für Neues hat mir der August erst mal wenig Zeit gelassen. Für drei Fachmagazine mussten die Messeseiten fertig werden, parallel liefen Kundenprojekte, Interviews, Texte und die Vorbereitung auf die GaLaBau. Das sind Dinge, bei denen Leistung keine Frage der Tagesform ist: Am Ende gibt es einen Termin – und bis dahin muss ein Ergebnis da sein.

Wenn aus Interesse ein Großprojekt wird

Daneben gibt es dann die Dinge, die niemand von mir verlangt, die ich aber spannend finde und lernen möchte. Im Oktober fahre ich nach Litauen und Lettland, also lerne ich gerade Litauisch. Das nehme ich mir vor Reisen übrigens häufiger vor: mehr sagen zu können als „Guten Tag“, „Danke“ und „Bitte“. Allerdings: Wenn ich mich schon damit beschäftige, möchte ich auch ein bisschen verstehen, wie die Sprache funktioniert, einfache Sätze bilden und wenigstens ansatzweise verstehen, was mir jemand antwortet. Und dann scheitere ich gerne an einer Mischung aus Zeitmangel und meinem eigenen Anspruch.

Mondly fürs Litauisch lernen

Das Muster kenne ich: Erst interessiert mich etwas, dann beschäftige ich mich damit und merke, was es alles zu lernen gibt. Und irgendwann habe ich aus einem Interesse ein Großprojekt gemacht.

Ganz oder gar nicht

Ähnlich ist es gerade beim Thema Video. Mich interessiert nicht nur, überhaupt etwas zu filmen, sondern wie man es besser machen kann. Welche Perspektive funktioniert, wie man schneidet, wie aus verschiedenen Einstellungen eine kleine Geschichte entsteht. Ich schaue mir Workshops an, probiere aus und merke, dass mir das Spaß macht. Und gleichzeitig kenne ich mich gut genug, um zu wissen, was als Nächstes passieren kann: Aus „Das möchte ich lernen“ wird „Das möchte ich richtig gut können“. Und schon habe ich das nächste Großprojekt nach dem Motto „ganz oder gar nicht“. Die Folge (meist aus Zeitmangel): ich lasse es ganz.

Was man nicht plant

Und dann waren da noch vier alte Ikea-Stühle. Die habe ich vor ungefähr zwölf Jahren bemalt. Bei unserer Kunstausstellung „Verborgene Talente“ in Nesselwang hatten sie in diesem Jahr eine Aufgabe: den Vorraum zum Ausstellungssaal ein wenig einladender zu gestalten. Und plötzlich wollte jemand alle vier kaufen. Übrigens: Möglicherweise kann man den einen oder anderen nun zukünftig auf der Hündeleskopf-Hütte in Pfronten sehen…

Wenn das Leben den Plan durcheinanderbringt

Gegen Ende des Monats passierte etwas, das sich weder planen noch mit mehr Disziplin erledigen lässt. Mein Lebensgefährte musste ins Krankenhaus und ist immer noch dort.

Monitor zur Überwachung der Vitalzeichen in der Notaufnahme des Krankenhauses

Das bringt den gewohnten Tagesablauf erst mal tüchtig durcheinander. Krankenhausbesuche müssen mit Arbeit koordiniert werden, zu Hause bleibt einiges liegen – und gleichzeitig habe ich plötzlich etwas, von dem man im gemeinsamen Alltag gelegentlich denkt, dass es vieles einfacher machen würde: Ich muss auf niemanden Rücksicht nehmen.

Als Gedankenexperiment kann „alleine leben“ durchaus mal attraktiv sein: Ich kann essen, wann und was ich will. Arbeiten, wann ich will. Abends im Fernsehen schauen, was ich will. Und in meiner Vorstellung bin ich mir sicher, dass ich unter diesen geradezu idealen Bedingungen mehr Sport mache, mich gesünder ernähre – und die Wohnung wäre vermutlich auch ordentlicher.

Pustekuchen.

Die Küche ist nicht sauberer, nur weil ich allein darin herumwirtschafte. Ins Fitnessstudio zieht es mich auch nicht häufiger. Und das Essen wird nicht gesünder, weil ich nur meine Vorlieben berücksichtigen muss.  

Dafür stelle ich gerade fest, was der andere im gemeinsamen Alltag tatsächlich alles macht – darunter viele kleine Dinge, über die man normalerweise nicht nachdenkt, weil sie einfach erledigt sind. Und die man erst wieder wertschätzt, wenn sie nicht da sind.

Fast Food statt Full Service

Die Katzen merken den Unterschied deutlicher. Dreimal tägliche Vollversorgung war für sie Standard. Bei mir bekommen sie diesen Service nicht ganz so zuverlässig. Sie verhungern nicht, aber es gibt deutlich weniger Reste in den Näpfen, weil ich den gastronomischen 3-Sterne-Standard gesenkt habe. Gefressen wird, wenn ich Zeit habe – nicht, wenn sie denken, es müsste jetzt sein.

Im September stehen dann die GaLaBau, noch ein paar Brocken Litauisch und hoffentlich wieder etwas mehr Alltag an. Die Katzen hätten gegen Letzteres vermutlich nichts einzuwenden.

Monatsrückblick Juni: Zwischen Sommer, Fachjournalismus und neuen Projekten

Monatsrückblick Juni: Zwischen Sommer, Fachjournalismus und neuen Projekten

Sommer im Allgäu, ein Messe-Sonderheft für die DEGA GaLaBau, erste Videoerfahrungen und ein Blick zurück auf die Entstehung der GartenVisionen: Mein persönlicher Monatsrückblick auf den Juni als Fachjournalistin im Garten- und Landschaftsbau.

Wenn ich den Juni in einem Satz zusammenfassen müsste, dann wahrscheinlich so: viel Arbeit, viel Sommer – und die Erkenntnis, dass manches nicht so schwer ist, wie man denkt.

Im Allgäu ließ es sich an den heißen Tagen deutlich besser aushalten als in vielen anderen Regionen Deutschlands. Trotzdem galt die Devise: morgens früh lüften, dann die Läden zu und möglichst keine unnötigen Höchstleistungen. Andererseits hat es Vorteile, wenn es schon am Morgen angenehm warm ist. Ich war wieder häufiger draußen: mit dem Fahrrad zum See, walken, baden – und das alles vor dem Frühstück.

Bei Hitze verkleinert sich die Familie tagsüber deutlich. Zwei von drei Katern verschwinden und lassen sich nur zu den Fresszeiten blicken, die vierte im Bunde – unsere Katzendame – ist sogar noch länger unterwegs und kommt meistens erst in der abendlichen Dämmerung zurück, gerne mit großer Maus im kleinen Maul. Mäusegeschenke gab es übrigens in diesem Monat überdurchschnittlich viele. Auch nachts waren die Vierbeiner aktiv – manchmal auch begleitet von ihren Dosenöffnern.

Ein Heft von Anfang bis Ende

Beruflich stand der Juni vor allem im Zeichen des Messe-Sonderheftes für die DEGA GaLaBau. Diese Projekte mag ich als Fachjournalistin sehr, denn es geht dabei nicht nur um einzelne Texte, sondern um Themenplanung, Struktur, Abstimmungen und letztlich darum, aus vielen Einzelteilen ein stimmiges Ganzes zu machen.

Es ist tatsächlich nichts, was ich dauerhaft, also monatlich oder gar wöchentlich, machen möchte. Aber zwei- oder dreimal im Jahr sind solche Projekte für mich immer wieder ein Highlight. Vielleicht auch deshalb, weil sie nur funktionieren, wenn über viele Jahre Vertrauen gewachsen ist.

Videos – und ein bisschen KI-Input

Außerdem habe ich mich im Juni intensiver mit Videos beschäftigt. Vor allem deshalb, weil ich die verschiedenen Bereiche meiner Arbeit, die über das journalistische hinaus gehen, gerne auch in bewegten Bildern zeigen möchte. Die eigentliche Herausforderung war dabei weniger das Schneiden oder Texten als das Filmen selbst. Vor allem die Frage: Wo filme ich eigentlich?

Ich habe ein kleines, volles Büro, und auch meine eher übersichtlich große Wohnung hat keine Wand, an der nicht irgendetwas steht. In kleinen Räumen ist der Hintergrund fast genauso wichtig wie das Motiv selbst. Was sieht man im Bild? Was lenkt ab? Wo ist genug Licht? Diese Überlegungen haben deutlich mehr Zeit gekostet als erwartet.

Übrigens war die KI hier ein wirklich nützlicher Helfer – vor allem bei der Suche nach einem geeigneten Filmort. Ich habe einfach ein paar Fotos der Räume hochgeladen und hatte kurze Zeit später drei mögliche Drehorte zur Auswahl. Eine wichtige Erkenntnis dabei: Für viele Dinge braucht es gar kein professionelles Equipment. Neuanschaffungen waren nicht nötig. Alles ließ sich mit Bordmitteln – allen voran dem Smartphone – umsetzen. Durch viele Jahre Fotografieren ist bereits erstaunlich viel Wissen und Technik vorhanden.

Allerdings: Ganz so einfach, wie es in Social-Media-Anzeigen für Video-Workshops oft dargestellt wird, ist es nicht. Bis ein Film mit Dramaturgie, Schnitt, Untertiteln, Ton und Musik steht, vergehen gut und gerne zwei bis drei Arbeitstage. Und da reden wir immer noch von einem „Gebrauchsvideo“ und nicht von einem filmischen Highlight. Das Ergebnis war übrigens mein erstes Video über unser Kundenmagazin GartenVisionen, das speziell für Garten- und Landschaftsbaubetriebe entwickelt wurde – zu sehen hier.

Digitale Ordnung vs. kreatives Schreibtischchaos

In der vergangenen Woche habe ich dann noch eine kleine Zeitreise durch die Geschichte der GartenVisionen gemacht. Für einen Social-Media-Beitrag wollte ich die Postkarte aus dem Jahr 2009 wiederfinden, aus der später das Kundenmagazin für Landschaftsgärtner entstanden ist. Nach einer Suche von etwa fünf Minuten hatte ich sie auf einer alten Festplatte ausgegraben – offenbar funktioniert mein digitales Ablagesystem besser, als es der Zustand meines Schreibtisches manchmal vermuten lässt.

Es war spannend zu sehen, wie aus einer kleinen Idee über die Jahre ein Magazin geworden ist, das heute seinen festen Platz gefunden hat. Manche Projekte begleiten einen deutlich länger, als man zu Beginn denkt. Die Entstehungsgeschichte gibts übrigens auf Instagram.

Der Juni war arbeitsreich, sommerlich und voller kleiner, guter Momente. Kein spektakulärer Monat – aber einer, der sehr viel Spaß gemacht hat.

Monatsrückblick Mai

Monatsrückblick Mai

Viel Bewegung – ein bisschen weniger Kontrolle

Wenn ich den Mai in einem Satz zusammenfassen müsste, dann wahrscheinlich so: viel Bewegung – und ein bisschen weniger Kontrolle. Und zwar in mehrfacher Hinsicht.

Körperlich war dieser Monat deutlich aktiver als die Zeit davor – kein Wunder: Es war der erste Monat seit November ohne Schnee und Kälte. Mehr Bewegung, mehr draußen sein. Mal einfach laufen, mal ein „Mini-Triathlon“ morgens – erst mit dem Fahrrad zum Attlesee, dann dort Walken und zum Abschluss schwimmen (na gut: kurz untertauchen). Kein Hochleistungssport, aber genug, um zu merken: Das tut mir gut. Nicht als Pflichtprogramm und auch nicht unter dem Motto „man müsste mal“, sondern einfach, weil ich mich danach besser fühle.

Dazu kam etwas, was ich lange vor mir hergeschoben hatte: wieder ins Fitnessstudio gehen. Probetraining in Oy, Vertrag unterschrieben. Mal schauen, wie nachhaltig die Begeisterung ist – aber zumindest fühlt es sich gerade nach einem guten Schritt an.

Viel los im Kopf und auf dem Schreibtisch

Beruflich war der Mai voll. Sehr voll. Porträts, Fachartikel, Herstelleranfragen, Interviews, Themenplanung, Social Media, Strategiegespräche, Mails, Telefonate – manchmal hatte ich das Gefühl, ständig zwischen Themenwelten hin und herzuspringen.

Und trotzdem fiel mir in diesem Monat wieder auf: Ich bin unglaublich dankbar für meine Selbstständigkeit.

Ja, manchmal ist es viel. Und ja, manchmal arbeite ich zu lange oder denke zu viel parallel. Aber ich kann morgens an den See fahren. Ich kann später anfangen, dafür abends länger arbeiten oder einen Feiertag schlicht ignorieren. Ich muss niemanden fragen. Ich darf meine Arbeit weitgehend so gestalten, wie sie zu mir passt – projektbezogen, abwechslungsreich und selbstbestimmt, auch wenn die Verantwortung manchmal groß ist.

Das ist ein Privileg, das mir im Mai wieder sehr bewusst geworden ist.

Nicht alles reparieren

Ein großes Thema war außerdem Kontrolle. Oder vielleicht besser: das langsame Üben, nicht alles kontrollieren zu wollen.

Ich neige dazu, viel Verantwortung zu übernehmen, Dinge vorzudenken, Lösungen zu suchen und Unruhe möglichst schnell zu beseitigen – sowohl beruflich als auch privat. Vermutlich eine Mischung aus Fürsorge, Pragmatismus und einem gewissen Sicherheitsbedürfnis.

Im Mai habe ich zumindest angefangen zu üben, manches stehen zu lassen: nicht sofort zu reparieren, nicht jede Sorge direkt lösen zu wollen, mich nicht gleich angesprochen zu fühlen. Menschen ihre Verantwortung zu lassen – auch wenn mir das nicht immer leicht fällt.

Ob ich darin schon gut bin? Eher nicht. Aber ich glaube, ich werde ein kleines bisschen besser.

Die kleinen guten Dinge

Und dann waren da noch die kleinen Dinge, die den Monat schön gemacht haben: Katzenmomente zwischendurch – ein bisschen Streicheln, Gesellschaft auf der Terrasse oder Begleitung beim Spaziergang ums Haus. Das Läuten der Kuhglocken. Ein gutes Gespräch mit Kollegen. Comedy in Kempten. Eis von der Eisdiele gegenüber vom Büro – oder Kuchen aus dem Café im Erdgeschoss. Der Blick auf Berge und die Erkenntnis: Ich wohne wirklich verdammt schön.

Der Mai war kein Monat der großen Durchbrüche – aber einer, in dem sich einiges in Bewegung gesetzt hat.

Monatsrückblick April

Monatsrückblick April


Der Monatsrückblick nervt mich gerade. Weil er mir vor Augen führt, wie erschreckend unspektakulär mein Leben ist. Monatsrückblicke leben von Ereignissen. Von Besonderem, von Ausgefallenem, von Ungewöhnlichem. Spannende Termine, tolle Begegnungen, neue Erlebnisse.

Und dann ist da hinter dem Haus seit mehr als einem Jahr eine riesige Baustelle, auf der nichts passiert. Gefällte Bäume liegen herum, ein paar Stücke Wiese sind noch da, ansonsten viel Boden und Kies. Und mein „Ereignis“ besteht darin, dort fast jeden Abend mit unserer Katzenbande entlangzulaufen. Mit ihnen zu spielen, mich auf einen Baumstumpf zu setzen und ihnen dabei zuzuschauen, wie alles spannend ist: jeder Grashalm, der wackelt. Jede Fliege. Jeder Vogel. Jedes Geräusch. Die Katzen wälzen sich mit Wonne auf dem Boden, rennen die Erdhügel hinauf und hinunter, erkunden das Gebüsch – oder setzen sich einfach zu mir und schauen mit mir in die Gegend.

Ich verbringe viel Zeit mit Dingen, die man vermutlich als banal bezeichnen würde. Spazierengehen auf zwei, drei bekannten Wegen. Eine Runde durch den Ort. Ein bisschen Fahrrad fahren – keine großen Touren, sondern zum 30. Mal dieselbe Seenrunde. Irgendwo sitzen und gucken. Oder hören. Gerade das Hören war diesen Monat plötzlich sehr präsent. Der April fing noch einmal mit Schnee an. Liegen blieb er nicht, aber beim Tauen wurde es laut: Es tropfte, es plätscherte, es rann, es sickerte, es gluckerte, es rauschte. Der Übergang in den Frühling war nicht zu sehen, sondern zu hören. Und ich fand es faszinierend, die vielen verschiedenen Geräusche einzufangen.

Vielleicht ist das das eigentlich Merkwürdige an diesem Monatsrückblick: Dass wenig passiert ist – und trotzdem einiges da war.

Über Ostern hatte ich Zeit zu zeichnen. Bis es wirklich mit dem Zeichnen losgeht, braucht es jedes Mal mehr Geduld, als ich eigentlich habe: Motiv finden (was manchmal länger dauert als das Zeichnen selbst), Papier aussuchen, Umrisse anlegen, Stifte zusammenstellen, alles aufbauen. Und dann sitzt man da – und durchläuft beim Zeichnen tagelang eine ganze Reihe von Gefühlszuständen: Vorfreude, Neugier, Anspannung, Zweifel, Motivation, Begeisterung, Frustration, Erleichterung – je nachdem, wo man gerade im Bild steckt.

Was mir dieser Monat auch wieder gezeigt hat: Manchmal reichen kleine Auszeiten nicht, sondern der Körper möchte mehr. Er nimmt sich letztlich auf Umwegen, was er braucht – und ist dabei durchaus erfinderisch.

Bei mir war es eine Magen-Darm-Grippe. Von 100 ging es innerhalb weniger Stunden auf nahezu null. In einem Augenblick noch am Schreibtisch, im nächsten auf der Toilette – und dann fast eine Woche komplett raus. Am dritten Tag dachte ich, es müsste doch wieder gehen. Tat es aber nicht. Es geht nicht schneller, nur weil man es gerne hätte. Und wenn man es trotzdem versucht, zahlt man direkt wieder drauf. Der Körper ist da wenig kompromissbereit.

Ein Nebeneffekt davon: Ich habe mit dem Rauchen aufgehört. Das hat 2013 schon einmal für zehn Jahre geklappt – jetzt hoffentlich wieder.

Monatsrückblick März

Monatsrückblick März

Irgendwie dazwischen

Der März hatte etwas von „zwischen den Welten“: Zwischen Teams und Alleinsein, zwischen dazugehören und beobachten, zwischen konkreter Zusammenarbeit und eher losem Austausch.

Ein schöner Auftakt war ein Brunch, zu dem die Chefs meines „Kino-Minijobs“ die Mitarbeitenden eingeladen hatten. Für mich ist ein Essen mit Kolleginnen und Kollegen fast exotisch. Als Freiberuflerin habe ich keinen festen Platz in einer Organisation, kein „Wir“ im klassischen Sinn – und dann war ich hier mittendrin. Ungewohnt, aber sehr schön. Vor allem, weil man so die Menschen, mit denen und für die man arbeitet, noch ein bisschen besser kennenlernt.

Foto: Alpenfilmtheater Füssen

Begegnungen vor Ort

Ein paar Tage später ging es zur Mitgliederversammlung des GaLaBau-Verbands Baden-Württemberg nach Karlsruhe. Ich freue mich immer, Menschen, die man fast das ganze Jahr nur über soziale Medien oder Messenger wahrnimmt, live zu sehen. Diesmal habe ich mich intensiver mit einigen Fördermitgliedern ausgetauscht und einige spannende Anregungen mitgenommen – unter anderem einen konkreten Tipp für meinen eigenen Besuch der GaLaBau im September.

Die Vorträge in Karlsruhe – zwei Coaches mit dem Schwerpunkt Führung – haben wieder einmal bestätigt: Am Wissen fehlt es nicht. Seit Jahren ist klar, was gute Führung ausmacht. Und trotzdem scheitert sie im Alltag erstaunlich zuverlässig.

Gar nicht so selten sind Mitarbeitende mit Widersprüchen konfrontiert, die Energie kosten: Sie sollen mitdenken, aber gleichzeitig jeden Schritt absichern lassen. Eigenverantwortung wird eingefordert – und im nächsten Moment wieder eingefangen. Dazu kommt eine Kommunikation, die entweder gar nicht stattfindet oder so spät, dass sie nur noch Schaden begrenzen kann. Statt Klarheit entsteht Reibung, statt Vertrauen Kontrolle. Und nicht selten drehen sich ganze Strukturen mehr um Befindlichkeiten als um Inhalte.

In solchen Momenten bin ich dankbar, freiberuflich zu arbeiten. Weil ich nicht nur Verantwortung übernehmen muss, sondern es auch darf. Und das ist ein großes Geschenk.

Fremd und doch mittendrin

Die Mitgliederversammlung in Hessen-Thüringen in Seeheim-Jugenheim begann mit einem anderen Gefühl: zunächst habe ich mich fremd gefühlt. Nach 25 Jahren als Journalistin in der Branche gibt es immer weniger vertraute Gesichter auf solchen Veranstaltungen. Am frühen Abend war ich innerlich schon auf dem Sprung. Und dann – wie so oft – entwickeln sich Gespräche. Begegnungen entstehen. Am Ende war es genau der richtige Ort zur richtigen Zeit. Und für mich wieder einmal die Erkenntnis, dass man den Dingen manchmal einfach ihren Lauf lassen muss.

Ähnlich ambivalent die Dataflor-Unternehmertage in Frankfurt auf dem DFB Campus. Inhaltlich spannend, thematisch klar in die Zukunft gerichtet – KI im GaLaBau, rund 180 Teilnehmende. Gleichzeitig auch hier dieses vertraute Gefühl des „Fremdseins“: Die Landschaftsgärtner untereinander bewegen sich auf einer anderen Ebene, mit gemeinsamen Erfahrungsräumen, die mir fehlen. Als Fachjournalistin stehe ich immer ein Stück daneben – was nicht unbedingt ein Nachteil ist.

Der Mehrwert solcher Termine liegt für mich genau darin: weniger im „Dazugehören“ als im Dazwischenstehen. Zuhören, Muster erkennen, Entwicklungen einordnen. Vielleicht ist das die Linie dieses Monats: nicht ganz irgendwo dazugehören – aber gerade darin arbeitsfähig sein.

Wenn es einfach funktioniert

Und gleichzeitig gibt es die andere Seite meiner Arbeit: wenn Dinge konkret werden und einfach funktionieren.

Parallel zu den Terminen sind die ersten GartenVisionen-Magazine bei den Kunden angekommen. Die Rückmeldungen sind bisher durchweg positiv. Seit mittlerweile 16 Jahren entwickeln wir hier in Nesselwang ein individualisierbares Kundenmagazin für GaLaBau-Betriebe – ein Produkt, das nicht wie ein Newsletter weggeklickt, sondern immer wieder in die Hand genommen wird.

Während in diesem Monat vieles in Bewegung war, setzt der März hier noch einmal einen ganz eigenen Schlusspunkt. Er hat sich mit viel Schnee im Allgäu verabschiedet. Im Rhein-Main-Gebiet war ich schon inmitten von Grün und Blüten, hier habe ich noch einmal zur Schneeschaufel gegriffen. Was den Frühling angeht, sind wir in Nesselwang nicht dazwischen – sondern deutlich dahinter.

Zwei-Monats-Rückblick

Zwei-Monats-Rückblick

Der Jahresanfang trägt ja immer diesen Erwartungsdruck in sich. Gute Vorsätze. Mehr Sport. Mehr Struktur. Mehr Sichtbarkeit. Mehr von allem. Ich weiß nicht, wie es anderen geht – aber bei mir frieren diese guten Vorsätze regelmäßig mit den Temperaturen ein. Wenn es draußen kalt ist, werde ich langsamer. Ich gehe ungern raus. Ich bewege mich weniger, als ich mir vorgenommen habe. Selbst der 10-min-Fußweg ins Büro wird häufiger mit dem Auto zurückgelegt als ich eigentlich geplant habe.

Und trotzdem: Stillstand war es seit Jahrensanfang nicht. Ich bin in den ersten Wochen wieder einmal intensiv in redaktionelle Prozesse eingetaucht. Alle Jahre wieder unterstütze ich im Januar eine Kollegin während der Herstellungsphase einer Zeitschrift. Texte bearbeiten, Beiträge layoutfertig machen, mit der Grafik abstimmen. Daraus ist eine Ausgabe entstanden, die auch meine Handschrift trägt, ohne dass mein Name vorne draufsteht. Parallel dazu habe ich viele Beiträge geschrieben: Fachtexte, Pressemitteilungen, Interviews und Social Media Posts. Letzteres nicht für mich – hier habe ich mir eine kleine Pause gegönnt.

Investition in Können und Workflow

Um nicht immer wieder bei Null anzufangen, arbeite ich kontinuierlich mit dem Redaktionssystem – auch wenn ich das als freiberufliche Journalistin nicht müsste. Das entlastet die festangestellten Kolleginnen und Kollegen und versetzt mich in die Lage, im Falle eines Falles auch mal einspringen zu können.

Ja, es kostet etwas mehr Zeit. Ich sehe das allerdings als Investition in meine Zukunft. Schon nach meinem Volontariat bin ich bei zwei Arbeitgebern deutlich tiefer in Bildbearbeitung und Grafikprogramme eingestiegen, als ich es als reine Redakteurin gemusst hätte. Damals war das einfach Teil des Jobs. Heute weiß ich: Genau dieses zusätzliche Wissen hat mir später Aufträge ermöglicht, die ich ohne dieses Verständnis für Gestaltung und Produktionsabläufe nie bekommen hätte.

Man weiß vielleicht in dem Moment nicht, wofür man etwas lernt. Aber manches erweist sich Jahre später als entscheidender Unterschied. Und der Workflow ist schlicht effizienter, wenn man versteht, was diejenigen brauchen, die am Produktionsprozess von Printprodukten beteiligt sind.

Druckereien, Daten und Nerven

Ein größerer Block in diesen Monaten war die Suche nach passenden Druckereien für unser Kundenmagazin. Und ich gebe zu: Das war nicht der angenehme Teil. Jede Druckerei arbeitet mit eigenen Datenanforderungen. Eigene Vorlagen, eigene Spezifikationen, eigene Vorstellungen davon, wie ein Workflow auszusehen hat. Manche sind auf professionelle Grafiker eingestellt. Andere sind so aufgebaut, dass auch Laien ihre Dateien hochladen können – was gestalterisch nicht immer hilfreich ist und den Grafiker, und den Grafiker, der jedes Jahr sein Herzblut in die Gestaltung legt, diesmal an den Rand der Verzweiflung gebracht hat.

Eine gute Online-Druckerei zu finden bedeutet: anpassen, neu anlegen, prüfen, exportieren, erneut prüfen. Und feststellen, dass die nächste Druckerei wieder andere Anforderungen hat. Dazu kommen Probedrucke. Mehrere. Weil Papier, Farbe und Verarbeitung stimmen müssen. Das kostet Zeit – und Geld. Beides investiere ich bewusst und vorab, damit am Ende ein Produkt entsteht, hinter dem wir stehen können.

Ja, es kostet Nerven. Versuchen Sie einmal, bei einem größeren Druckdienstleister jemanden im Kundenservice zu erreichen, wenn es nicht um eine Standardbestellung geht. Eine Überraschung allerdings: die Chatfunktion einer Online-Druckerei war hervorragend. Sie hat mich sogar bis zu einem persönlichen Ansprechpartner geführt, der sich Zeit genommen hat, um für uns die ideale Lösung zu finden.

Business as usual – mit Tempo

Wenn ich einen Jahresanfang mit einem Neustart gleichsetze, war es keiner – eher Business as usual, aufgrund der vielen Feiertage sogar mit Tempo. Die guten Vorsätze in Sachen Bewegung und all dem, was man in seinem 60. Lebensjahr beginnen oder beenden möchte, warten übrigens noch auf wärmere Temperaturen.

Fotos: eigene (4), Creapark/pixabay.com (1)

Monatsrückblick November

Monatsrückblick November

Es ist Winter im Allgäu – richtig Winter. Eine Landschaft wie aus dem Bilderbuch: weiß verschneit, Sonnenschein, nur die Skilifte haben noch Pause und öffnen erst im Dezember wieder. Vermutlich läuft es wie jedes Jahr: Wenn die Saison endlich startet, ist der meiste Schnee weg und kommt erst dann zurück, wenn die letzten Feiertage vorbei sind. Eine Ausnahme war der Corona-Lockdown: Schnee ohne Ende – und kein Tourist weit und breit. Und ja, es ist auch kalt. Richtig kalt. Mangels Garage geht es jetzt wieder mit dem Scheibenkratzen los. Ich habe mir dafür einen kleinen Helfer gegönnt: einen elektrischen Eiskratzer. Und ihn auch gleich getestet, wie man hier im Video sehen kann.

Kleine Rettungseinsätze

Diesen Monat hatte ich wenige fest geplante Termine, dafür umso mehr spontane „Kannst du vielleicht grad noch…“-Einsätze. Drei Pressetexte, die ganz schnell fertig werden mussten, weil Termine drängten. Ein Interview, das ich übernommen habe, weil eine Kollegin keine Zeit hatte. Unterlagen versenden, die beim Gegenüber verschwunden waren und noch einmal gebraucht wurden. Ich mag das – dieses Arbeiten unter Zeitdruck. Seit Jahren begleitet mich deshalb ein Calvin-&-Hobbes-Comic zuverlässig durch den Arbeitsalltag und bringt mich regelmäßig zum Schmunzeln, weil er so wahr ist.

Ein Nachmittag für mich und meine Kamera

Im November habe ich tatsächlich getan, was ich mir in den arbeitsreichen Monaten August und September vorgenommen hatte: mir auch mal eine Auszeit zu gönnen. Ein großes Plus an der Freiberuflichkeit als Journalistin ist, sich die Zeit frei einteilen zu können. Also habe ich freitags einen Nachmittag am Hopfensee verbracht. Natürlich nicht ohne eine selbstgestellte Aufgabe: Fotos machen. Was ich beim Fotografieren gelernt habe: Schöne Bilder entstehen nicht nebenbei. Man kann durchaus spazieren und fotografieren, aber eines davon muss Vorrang haben. War der Himmel am Tag zuvor noch strahlend blau gewesen, zeigte er sich jetzt eher milchig. Anfangs fand ich das ärgerlich, dann war es ein Glücksfall: Die Sonne blendete nicht, sondern verlieh der Landschaft eine ganz besondere Stimmung.

Der November und seine stillen Gedenktage

Allerseelen, Totensonntag, Volkstrauertag – im November ist der Tod besonders präsent. Da mein Papa vor zwei Jahren am Totensonntag gestorben ist, war der Monat voller Erinnerungen: an seine Krebserkrankung, an seinen kurzen Aufenthalt hier im Pflegeheim, an den Abschied und daran, wie schön es war, ihn bis zum Schluss begleiten zu dürfen. Und auch Gedanken an meine Mama, die im Herbst 2020 gestorben ist, kamen wieder. Als „Papakind“ war mir mein Vater immer näher, und die Demenzerkrankung meiner Mutter, die sich über zehn Jahre hinzog, hat mich manchmal überfordert. Aber auch bei ihr war ich in den letzten Tagen da und durfte mich verabschieden. Was jetzt da ist: sehr viel Liebe und Dankbarkeit für meine Eltern, die mir so viel Schönes mitgegeben und mich immer unterstützt haben – egal, welchen Weg ich gegangen bin.