Der Jahresanfang trägt ja immer diesen Erwartungsdruck in sich. Gute Vorsätze. Mehr Sport. Mehr Struktur. Mehr Sichtbarkeit. Mehr von allem. Ich weiß nicht, wie es anderen geht – aber bei mir frieren diese guten Vorsätze regelmäßig mit den Temperaturen ein. Wenn es draußen kalt ist, werde ich langsamer. Ich gehe ungern raus. Ich bewege mich weniger, als ich mir vorgenommen habe. Selbst der 10-min-Fußweg ins Büro wird häufiger mit dem Auto zurückgelegt als ich eigentlich geplant habe.


Und trotzdem: Stillstand war es seit Jahrensanfang nicht. Ich bin in den ersten Wochen wieder einmal intensiv in redaktionelle Prozesse eingetaucht. Alle Jahre wieder unterstütze ich im Januar eine Kollegin während der Herstellungsphase einer Zeitschrift. Texte bearbeiten, Beiträge layoutfertig machen, mit der Grafik abstimmen. Daraus ist eine Ausgabe entstanden, die auch meine Handschrift trägt, ohne dass mein Name vorne draufsteht. Parallel dazu habe ich viele Beiträge geschrieben: Fachtexte, Pressemitteilungen, Interviews und Social Media Posts. Letzteres nicht für mich – hier habe ich mir eine kleine Pause gegönnt.
Investition in Können und Workflow
Um nicht immer wieder bei Null anzufangen, arbeite ich kontinuierlich mit dem Redaktionssystem – auch wenn ich das als freiberufliche Journalistin nicht müsste. Das entlastet die festangestellten Kolleginnen und Kollegen und versetzt mich in die Lage, im Falle eines Falles auch mal einspringen zu können.
Ja, es kostet etwas mehr Zeit. Ich sehe das allerdings als Investition in meine Zukunft. Schon nach meinem Volontariat bin ich bei zwei Arbeitgebern deutlich tiefer in Bildbearbeitung und Grafikprogramme eingestiegen, als ich es als reine Redakteurin gemusst hätte. Damals war das einfach Teil des Jobs. Heute weiß ich: Genau dieses zusätzliche Wissen hat mir später Aufträge ermöglicht, die ich ohne dieses Verständnis für Gestaltung und Produktionsabläufe nie bekommen hätte.

Man weiß vielleicht in dem Moment nicht, wofür man etwas lernt. Aber manches erweist sich Jahre später als entscheidender Unterschied. Und der Workflow ist schlicht effizienter, wenn man versteht, was diejenigen brauchen, die am Produktionsprozess von Printprodukten beteiligt sind.
Druckereien, Daten und Nerven
Ein größerer Block in diesen Monaten war die Suche nach passenden Druckereien für unser Kundenmagazin. Und ich gebe zu: Das war nicht der angenehme Teil. Jede Druckerei arbeitet mit eigenen Datenanforderungen. Eigene Vorlagen, eigene Spezifikationen, eigene Vorstellungen davon, wie ein Workflow auszusehen hat. Manche sind auf professionelle Grafiker eingestellt. Andere sind so aufgebaut, dass auch Laien ihre Dateien hochladen können – was gestalterisch nicht immer hilfreich ist und den Grafiker, und den Grafiker, der jedes Jahr sein Herzblut in die Gestaltung legt, diesmal an den Rand der Verzweiflung gebracht hat.
Eine gute Online-Druckerei zu finden bedeutet: anpassen, neu anlegen, prüfen, exportieren, erneut prüfen. Und feststellen, dass die nächste Druckerei wieder andere Anforderungen hat. Dazu kommen Probedrucke. Mehrere. Weil Papier, Farbe und Verarbeitung stimmen müssen. Das kostet Zeit – und Geld. Beides investiere ich bewusst und vorab, damit am Ende ein Produkt entsteht, hinter dem wir stehen können.

Ja, es kostet Nerven. Versuchen Sie einmal, bei einem größeren Druckdienstleister jemanden im Kundenservice zu erreichen, wenn es nicht um eine Standardbestellung geht. Eine Überraschung allerdings: die Chatfunktion einer Online-Druckerei war hervorragend. Sie hat mich sogar bis zu einem persönlichen Ansprechpartner geführt, der sich Zeit genommen hat, um für uns die ideale Lösung zu finden.
Business as usual – mit Tempo
Wenn ich einen Jahresanfang mit einem Neustart gleichsetze, war es keiner – eher Business as usual, aufgrund der vielen Feiertage sogar mit Tempo. Die guten Vorsätze in Sachen Bewegung und all dem, was man in seinem 60. Lebensjahr beginnen oder beenden möchte, warten übrigens noch auf wärmere Temperaturen.
Fotos: eigene (4), Creapark/pixabay.com (1)
