Der Jahresanfang trägt ja immer diesen Erwartungsdruck in sich. Gute Vorsätze. Mehr Sport. Mehr Struktur. Mehr Sichtbarkeit. Mehr von allem. Ich weiß nicht, wie es anderen geht – aber bei mir frieren diese guten Vorsätze regelmäßig mit den Temperaturen ein. Wenn es draußen kalt ist, werde ich langsamer. Ich gehe ungern raus. Ich bewege mich weniger, als ich mir vorgenommen habe. Selbst der 10-min-Fußweg ins Büro wird häufiger mit dem Auto zurückgelegt als ich eigentlich geplant habe.
Und trotzdem: Stillstand war es seit Jahrensanfang nicht. Ich bin in den ersten Wochen wieder einmal intensiv in redaktionelle Prozesse eingetaucht. Alle Jahre wieder unterstütze ich im Januar eine Kollegin während der Herstellungsphase einer Zeitschrift. Texte bearbeiten, Beiträge layoutfertig machen, mit der Grafik abstimmen. Daraus ist eine Ausgabe entstanden, die auch meine Handschrift trägt, ohne dass mein Name vorne draufsteht. Parallel dazu habe ich viele Beiträge geschrieben: Fachtexte, Pressemitteilungen, Interviews und Social Media Posts. Letzteres nicht für mich – hier habe ich mir eine kleine Pause gegönnt.
Investition in Können und Workflow
Um nicht immer wieder bei Null anzufangen, arbeite ich kontinuierlich mit dem Redaktionssystem – auch wenn ich das als freiberufliche Journalistin nicht müsste. Das entlastet die festangestellten Kolleginnen und Kollegen und versetzt mich in die Lage, im Falle eines Falles auch mal einspringen zu können.
Ja, es kostet etwas mehr Zeit. Ich sehe das allerdings als Investition in meine Zukunft. Schon nach meinem Volontariat bin ich bei zwei Arbeitgebern deutlich tiefer in Bildbearbeitung und Grafikprogramme eingestiegen, als ich es als reine Redakteurin gemusst hätte. Damals war das einfach Teil des Jobs. Heute weiß ich: Genau dieses zusätzliche Wissen hat mir später Aufträge ermöglicht, die ich ohne dieses Verständnis für Gestaltung und Produktionsabläufe nie bekommen hätte.
Man weiß vielleicht in dem Moment nicht, wofür man etwas lernt. Aber manches erweist sich Jahre später als entscheidender Unterschied. Und der Workflow ist schlicht effizienter, wenn man versteht, was diejenigen brauchen, die am Produktionsprozess von Printprodukten beteiligt sind.
Druckereien, Daten und Nerven
Ein größerer Block in diesen Monaten war die Suche nach passenden Druckereien für unser Kundenmagazin. Und ich gebe zu: Das war nicht der angenehme Teil. Jede Druckerei arbeitet mit eigenen Datenanforderungen. Eigene Vorlagen, eigene Spezifikationen, eigene Vorstellungen davon, wie ein Workflow auszusehen hat. Manche sind auf professionelle Grafiker eingestellt. Andere sind so aufgebaut, dass auch Laien ihre Dateien hochladen können – was gestalterisch nicht immer hilfreich ist und den Grafiker, und den Grafiker, der jedes Jahr sein Herzblut in die Gestaltung legt, diesmal an den Rand der Verzweiflung gebracht hat.
Eine gute Online-Druckerei zu finden bedeutet: anpassen, neu anlegen, prüfen, exportieren, erneut prüfen. Und feststellen, dass die nächste Druckerei wieder andere Anforderungen hat. Dazu kommen Probedrucke. Mehrere. Weil Papier, Farbe und Verarbeitung stimmen müssen. Das kostet Zeit – und Geld. Beides investiere ich bewusst und vorab, damit am Ende ein Produkt entsteht, hinter dem wir stehen können.
Ja, es kostet Nerven. Versuchen Sie einmal, bei einem größeren Druckdienstleister jemanden im Kundenservice zu erreichen, wenn es nicht um eine Standardbestellung geht. Eine Überraschung allerdings: die Chatfunktion einer Online-Druckerei war hervorragend. Sie hat mich sogar bis zu einem persönlichen Ansprechpartner geführt, der sich Zeit genommen hat, um für uns die ideale Lösung zu finden.
Business as usual – mit Tempo
Wenn ich einen Jahresanfang mit einem Neustart gleichsetze, war es keiner – eher Business as usual, aufgrund der vielen Feiertage sogar mit Tempo. Die guten Vorsätze in Sachen Bewegung und all dem, was man in seinem 60. Lebensjahr beginnen oder beenden möchte, warten übrigens noch auf wärmere Temperaturen.
Eine meiner Lieblings-Apps zur Videobearbeitung ist vielleicht eher unbekannt: Splice, erhältlich im App Store und im Google Play Store. Ich nutze sie schon lange und mag es, wie unkompliziert sie zu bedienen ist. So unkompliziert, dass damit auch das eine oder andere GaLaBau-Video schnell in der Mittagspause im Bauwagen oder auf der Heimfahrt im Sprinter fertig geschnitten werden kann!
Was mir an Splice gefällt
Splice funktioniert sowohl auf dem Tablet als auch auf dem Smartphone und lässt sich intuitiv bedienen. Für schnelle Schnitte zwischendurch ist sie für mich unschlagbar: App öffnen, Projekt anlegen, Bilder oder Clips importieren, zurechtschneiden, exportieren – fertig. Gerade unterwegs oder wenn es schnell gehen muss, ist das für meine Arbeit enorm hilfreich.
Untertitel & kleine Einschränkungen
Untertitel einzufügen geht ebenfalls problemlos, ist aber auf dem Smartphone etwas fummelig. Das liegt weniger an der App selbst als an der Displaygröße. Da ich nicht ständig Videos untertitele, geht mir das allerdings mit anderen Video-Editoren ebenso.
Eine echte Einschränkung ist die fehlende automatische Synchronisation: Videos, die ich am iPhone bearbeite, erscheinen nicht automatisch in der iPad-Version – und umgekehrt. Wer auf mehreren Geräten arbeitet, sollte das im Hinterkopf behalten.
Praktisch für meinen Workflow: eigene Musik importieren
Für mich besonders nützlich: Musik, die ich am Rechner z. B. mit Suno erstelle, kann ich ganz einfach in die Splice-Audiothek meines iPads laden. Damit habe ich meine eigenen Soundtracks direkt griffbereit und kann Videos individuell vertonen, ohne zusätzliche Tools oder Umwege. Während die in Splice bereits vorhandene Audios bei Instagram und Facebook-Videos nicht abgespielt werden (anscheinend aufgrund urheberrechtlicher Bedenken?), gibts mit den Suno-Tracks keine Probleme. Allerdings auch hier das Synchronisationsproblem: um die Dateien ins Smartphone zu laden, ist ein Umweg nötig.
Einfacher Export
Der fertige Film lässt sich in vier verschiedenen Auflösungen als mp4 oder mov-Datei herunterladen. Ein bisschen nervts, dass man sein bevorzugte Auflösung und das Dateiformat nicht speichern kann.
Kosten – aber lohnend
Seit diesem Jahr ist Splice zumindest im App Store nur noch kostenpflichtig nutzbar, wenn man die Funktionen regelmäßig und umfassend einsetzen möchte. Die rund 90 Euro pro Jahr sind für mich dennoch gut investiertes Geld: Die App spart Zeit, funktioniert zuverlässig und begleitet mich in meinem mobilen Arbeitsalltag.
Mein Fazit
die Splice ist keine große All-in-one-Videoproduktions-Software – aber genau das macht sie für mich wertvoll. Sie ist schnell, übersichtlich und perfekt für alle, die ihre Videos unkompliziert auf mobilen Geräten schneiden wollen. Vielleicht ist sie auch für dich ein hilfreicher Baustein im Workflow.
PS: Manches, was mich nervt, ist vielleicht genau dem geschuldet: dass die App so einfach ist, dass ich mich gar nicht erst in die Tiefen der Funktionen einarbeite.
Es ist Winter im Allgäu – richtig Winter. Eine Landschaft wie aus dem Bilderbuch: weiß verschneit, Sonnenschein, nur die Skilifte haben noch Pause und öffnen erst im Dezember wieder. Vermutlich läuft es wie jedes Jahr: Wenn die Saison endlich startet, ist der meiste Schnee weg und kommt erst dann zurück, wenn die letzten Feiertage vorbei sind. Eine Ausnahme war der Corona-Lockdown: Schnee ohne Ende – und kein Tourist weit und breit. Und ja, es ist auch kalt. Richtig kalt. Mangels Garage geht es jetzt wieder mit dem Scheibenkratzen los. Ich habe mir dafür einen kleinen Helfer gegönnt: einen elektrischen Eiskratzer. Und ihn auch gleich getestet, wie man hier im Video sehen kann.
Kleine Rettungseinsätze
Diesen Monat hatte ich wenige fest geplante Termine, dafür umso mehr spontane „Kannst du vielleicht grad noch…“-Einsätze. Drei Pressetexte, die ganz schnell fertig werden mussten, weil Termine drängten. Ein Interview, das ich übernommen habe, weil eine Kollegin keine Zeit hatte. Unterlagen versenden, die beim Gegenüber verschwunden waren und noch einmal gebraucht wurden. Ich mag das – dieses Arbeiten unter Zeitdruck. Seit Jahren begleitet mich deshalb ein Calvin-&-Hobbes-Comic zuverlässig durch den Arbeitsalltag und bringt mich regelmäßig zum Schmunzeln, weil er so wahr ist.
Ein Nachmittag für mich und meine Kamera
Im November habe ich tatsächlich getan, was ich mir in den arbeitsreichen Monaten August und September vorgenommen hatte: mir auch mal eine Auszeit zu gönnen. Ein großes Plus an der Freiberuflichkeit als Journalistin ist, sich die Zeit frei einteilen zu können. Also habe ich freitags einen Nachmittag am Hopfensee verbracht. Natürlich nicht ohne eine selbstgestellte Aufgabe: Fotos machen. Was ich beim Fotografieren gelernt habe: Schöne Bilder entstehen nicht nebenbei. Man kann durchaus spazieren und fotografieren, aber eines davon muss Vorrang haben. War der Himmel am Tag zuvor noch strahlend blau gewesen, zeigte er sich jetzt eher milchig. Anfangs fand ich das ärgerlich, dann war es ein Glücksfall: Die Sonne blendete nicht, sondern verlieh der Landschaft eine ganz besondere Stimmung.
Der November und seine stillen Gedenktage
Allerseelen, Totensonntag, Volkstrauertag – im November ist der Tod besonders präsent. Da mein Papa vor zwei Jahren am Totensonntag gestorben ist, war der Monat voller Erinnerungen: an seine Krebserkrankung, an seinen kurzen Aufenthalt hier im Pflegeheim, an den Abschied und daran, wie schön es war, ihn bis zum Schluss begleiten zu dürfen. Und auch Gedanken an meine Mama, die im Herbst 2020 gestorben ist, kamen wieder. Als „Papakind“ war mir mein Vater immer näher, und die Demenzerkrankung meiner Mutter, die sich über zehn Jahre hinzog, hat mich manchmal überfordert. Aber auch bei ihr war ich in den letzten Tagen da und durfte mich verabschieden. Was jetzt da ist: sehr viel Liebe und Dankbarkeit für meine Eltern, die mir so viel Schönes mitgegeben und mich immer unterstützt haben – egal, welchen Weg ich gegangen bin.
Nach zwei eher ruhigen Monaten kam im Oktober wieder Leben in meinen Kalender. So viel, dass der Monatsrückblick mit einigen Tagen Verspätung erscheint.
TASPO Awards in Berlin Ein Höhepunkt war die Taspo-Award-Verleihung im Grand Hyatt. Ich durfte das Innenraumbegrünungs-Netzwerk Element Green begleiten, das in der Kategorie „Beste Kooperation des Jahres“ nominiert war. Seit diesem Jahr übernehme ich den Social-Media-Auftritt des Netzwerks – ein Projekt, das mir viel Freude macht: inspirierende Projekte, abwechslungsreiche Themen und vor allem wunderbare Menschen, die sich mit Herz und Fachwissen dafür einsetzen, Innenräume lebendig zu machen.
Den Living Tree – das Kooperationsprojekt aus der Bewerbung – habe mich mir nun endlich einmal vor Ort angesehen, nachdem ich so viel darüber geschrieben habe. Wir haben damit beim Taspo Award den zweiten Platz erreicht – ein schöner Erfolg. Und ein wichtiges Signal für ein Thema, das in der Grünen Branche noch zu selten im Fokus steht: Grün in Innenräumen ist kein „nice to have“, sondern trägt spürbar zum Wohlbefinden bei.
Besuch in der Bundeshauptstadt
Der Termin brachte mich in die Bundeshauptstadt. Schon am Bahnhof war klar: Großstadt und ich sind ziemlich weit auseinander. Nach ein paar Stunden habe ich mich sehr nach zuhause gesehnt. Nach Bergen, Ruhe und dem Tempo hier. Nesselwang ist der erste Ort, an dem ich mich wirklich zu Hause fühle. Ich mag es, Menschen auf der Straße zu kennen, spontan ins Gespräch zu kommen und mich eingebunden zu fühlen. Hier lebe ich wirklich und wohne nicht nur.
Ausflug nach München
Früher hätte ich Ausflüge mit Ortsvereinen belächelt – heute bin ich mit dabei. Im Oktober hatten die „Blumenfreunde Nesselwang“ und die Bäuerinnen einen Tag in München organisiert: Besichtigung von Schloss Nymphenburg und ein Besuch im Botanischen Garten, und das bei bestem Herbstwetter. Viele der wunderbaren Sommerstauden waren schon am Verblühen. Es hat für mich einen ganz eigenen Charme, wenn Pflanzen sich verabschieden. Einige trotzen noch den kühlen Nächten und leuchten noch einmal um so prächtiger, andere ziehen sich langsam zurück und sehen auch dabei wunderschön aus.
Politisches Kabarett
Ebenfalls im Oktober auf dem Programm: Claus von Wagner im Kornhaus Kempten mit seinem aktuellen Bühnenstück „Equilibrium“. Wobei das mit dem „Kabarett“ so eine Sache ist – oft weiß man gar nicht, ob man lacht, weil es komisch ist, oder weil es so bitter wahr ist, was er über Wirtschafts- und Finanzpolitik erzählt. Trotz allem: Lachen ist besser als resignieren – und auf jeden Fall besser, als rechts zu wählen. Auch wenn es im Moment manchmal gar nicht so leichtfällt, das Kreuzchen auf dem Wahlzettel mit Überzeugung zu setzen.
Beweglich bleiben
Außerdem habe ich eine Woche in der Klinik Überruh (Isny) verbracht – ein Präventionsprogramm der Deutschen Rentenversicherung („RV Fit“), das Bewegung, Ernährung und Stressbewältigung verbindet – und das nachhaltig motiviert: Eine Woche stationäre Betreuung, drei Monate digitale Begleitung durch einen Trainer, drei weitere Monate App – und am Ende ein Wiedereinstiegstermin zur Erfolgskontrolle. Kann übrigens von allen beantragt werden, die in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen, also auch einigen Freiberuflern.
Zum Schluss ein Plädoyer an die Strumpfhosenindustrie Zum Abschluss aus gegebenem Anlass (der festlichen Garderobe zum anfänglich erwähnten Taspo-Award) noch ein ganz anderes Thema: Wann endlich werden Feinstrumpfhosen in der eigentlichen Größe dort enden, wo sie sollen – und nicht irgendwo kurz über dem Knie? Warum muss man grundsätzlich zwei Größen größer kaufen? Und können wir bitte kurz eins klarstellen: Sogenannte „Shape-Strumpfhosen“ sind nichts anderes als elegante Thrombose-Strümpfe!
22. Oktober ist Welttag des Stotterns. Warum ich das erwähne? Weil ich als Kind und Jugendliche selbst betroffen war. Buchstaben wie D, G und B am Satzanfang, gefolgt von einem Vokal, ließen mich stocken und pressen – mein Gesichtsausdruck war dementsprechend angestrengt. Ich kniff die Augen zusammen, und mein Mund versuchte verzweifelt, das Wort herauszupressen.
In der Schule hatte ich Bauchweh, wenn es Lesenoten gab und wir in alphabetischer Reihenfolge aufgerufen wurden. Mit einem W am Anfang des Nachnamens kann einem da schon etwas länger schlecht sein. Oft ging es dann doch relativ gut – einmal im Lesefluss, lief vieles. Stücke mit verteilten Rollen waren allerdings der Horror. Gerade hatte ich einen Satz geschafft, musste ich schon wieder anhalten – und starrte auf den nächsten Satzanfang.
Eine weitere Erinnerung aus meiner Jugendzeit spielte sich beim Fotografen ab. Meine Eltern hatten mich zum Bilderabholen geschickt (ja, damals wurden sie noch entwickelt). Die Verkäuferin fragte nach meinem Nachnamen – und nichts ging. Nach vielen erfolglosen „WWWWWWW“ stampfte ich mit dem Fuß auf und presste schließlich „Wannags“ hervor. Kein Wunder, dass man als stotternder Mensch schnell in die Kategorie „geistiges Defizit“ geschoben wird, wenn es noch nicht mal mit dem eigenen Nachnamen klappt.
Übrigens: Wenn ich richtig sauer war, konnte ich jedes Wort – egal mit welchen Konsonanten und Vokalen – unfallfrei aussprechen.
Nun kann man nicht ständig wütend durch die Welt laufen. So erfand ich beim Sprechen diverse Strategien. Eine davon war das Ausweichen auf alternative Begriffe. In der Muttersprache ging das problemlos, bei Fremdsprachen mit begrenztem Vokabular wurde es schon schwieriger. Ich liebe die englische Sprache, aber ich hasse es bis heute, dass alle Fragesätze mit „Do“ oder „Did“ anfangen. Ich meldete mich daher kaum im Fremdsprachenunterricht – saß aber meistens ganz vorne. Dort kann man hineinmurmeln, ohne die anderen zu stören, und die Lehrer merken trotzdem, dass man etwas weiß.
Irgendwann begann ich damit, vor jedes Wort ein N zu setzen. Ich erinnere mich an den entgeisterten Ausdruck unseres örtlichen Metzgers, als ich „Nhalbes nKilo nBratwurst nbitte“ bestellte. Ich ließ es also wieder bleiben.
Heute kann ich darüber locker schreiben. Damals war es schlimm. Lange Zeit vermied ich es, irgendwo anzurufen. Umso erstaunlicher, dass ich heute einen Beruf habe, in dem es ohne Sprechen nicht geht. Als Journalistin muss ich telefonieren, auf Termine gehen, Fragen stellen.
Ich weiß nicht, ob es die logopädischen Sprechübungen waren, die halfen – oder ob es sich einfach „verwachsen“ hat. Heute kommt es nur noch sehr selten vor, dass ich stottere – und oft ist es ein Hinweis darauf, dass irgendetwas nicht stimmt. Mittlerweile ist Stottern für mich ein Zeichen geworden, dass ich besser auf mich achten darf: weniger Stress, mehr Auszeiten, viel Schlaf, viel Bewegung.
Und immerhin befinde ich mich in bester Gesellschaft: Albert Einstein, Isaac Newton, König Georg VI., Marilyn Monroe, Bruce Willis und Rowan Atkinson – sie alle sollen gestottert haben.
Noch einmal Sommer: Das letzte richtig warme Wochenende lockt mich in die Berge. Weit ist der Weg dorthin zum Glück nicht: zehn Minuten mit dem Fahrrad und ich kann starten, diesmal das erste steile Stück mit der Seilbahn. Neben mir im Lift ein Pärchen, das sich über die sonnigen Tage seines Urlaubs freut. Angesichts eines oft verregneten Sommers ein Glücksgriff bei der Urlaubplanung.
Ein festes Ziel habe ich nicht – eher eine Idee, wo es hingehen soll. Erst einmal weiter hinauf, dann Richtung Österreich wieder hinab. Die erste Hütte auf dem Weg hat schon geschlossen, volle Getränkekästen vor der Tür und eine Kassenbox laden dennoch zum Rasten ein. Auch hier ergeben sich kurze Gespräche mit anderen Wanderern. Ich mag diese Begegnungen: Man teilt eine Bank, ein paar Worte, prostet sich zu und geht dann weiter, jeder in seine Richtung aber doch ein bisschen bereichert.
Auch im Alltag habe ich mir in diesem Monat mehr Raum für mich geschaffen. Mehr draußen sein, mehr Spaziergänge, mehr Durchatmen, bevor es an den Schreibtisch geht. Ich habe wieder Zeit für mein Hobby gefunden, das Zeichnen von Tierporträts mit Pastellstiften. Die Wahl eines Motivs, das mich anspricht, dauert manchmal fast genauso lange wie die Zeichnung selbst. Diesmal war es ein flauschiges Entenküken auf dem Wasser. Eine Herausforderung, denn hier gehört der „Hintergrund“ zwingend dazu. Die Spiegelung des Kükens macht das Bild erst komplett. Ich habe es gewagt – und zu Ende gebracht.
Draußen beginnt langsam der Herbst. Morgens liegt schon Nebel auf den Wiesen. Die Pflanzen färben sich braun, Spinnen weben zwischen den Gräsern ihre Netze. Die Sommerferien sind vorbei – es ist merklich ruhiger geworden im Ort. Nun kommen noch all diejenigen zum Urlauben ins Allgäu, die keine schulpflichtigen Kinder haben. Der Lesekreis in unserer wunderbaren Bücherstube hat wieder begonnen. Etwa neunmal im Jahr treffen wir uns – neun bis zehn leidenschaftliche Leserinnen und Leser im Alter von 45 bis 85 – und sprechen über ein Buch, das beim vorherigen Termin ausgewählt wurde.
Im Juli hatten wir uns für „Oben Erde, unten Himmel“ von Milena Michiko Flašar entschieden – ein wunderbares Buch über eine junge Frau in Japan, Single mit Hamster, die sich in ihrem Alleinsein eingerichtet hat. Bei einem neuen Job – dem Reinigen von Wohnungen, in denen Menschen alleine und längere Zeit unbemerkt von anderen gestorben sind – findet sie nicht nur zu sich selbst, sondern auch zu einer Wahlfamilie. Dieses Bild hat mich berührt. Es passt zu dieser Jahreszeit, in der man merkt, wie wichtig Bindung und Zuwendung sind, gerade wenn vieles vergeht.
Vor zwei Jahren begann für mich und meinen Vater in dieser Zeit sein letztes Kapitel. Nach einer Krebsdiagnose im Sommer und einer Augenoperation hatten wir beide uns für einen Platz im Pflegeheim entschieden. Das Universum hat viele Fäden gezogen und wir fanden binnen zwei Tagen einen Platz im Heim in Nesselwang. Uns blieben damals noch zwei intensive, liebevolle und schöne gemeinsame Monate. In diesem Wochen denke ich oft daran, dass es damals nicht nur das Ende des Sommers war, sondern auch der Beginn des Abschieds von meinem Papa.
Der September war in diesem Jahr für mich ein Monat der Übergänge: Wärme und Kühle, Begegnung und Rückzug, Gegenwart und Erinnerung. Er hat mir Arbeit, aber auch Ruhe geschenkt: Spaziergänge, Zeichnen, Bergluft. Jetzt kann er kommen, der Oktober, mit spürbar kürzeren Tagen, klarer Luft – und vermutlich mit Winterreifen.
In einer Welt voller Apps, Passwortmanager und Cloud-Tools gibt es ein Hilfsmittel, das seit Jahrhunderten ungeschlagen ist: das gute alte Notizbuch.
Ich habe in 30 Jahren Arbeitsleben festgestellt, dass ein Notizbuch das Einzige ist, das wirklich funktioniert. Schon deshalb, weil ich es immer wiederfinde. Klebezettel dagegen verschwinden zuverlässig auf Nimmerwiedersehen (natürlich nur die mit den wichtigen Infos, nie der Einkaufszettel). Telefonnummern, hastig auf die Schreibtischunterlage gekritzelt, lassen sich später garantiert keinem Namen mehr zuordnen.
Das Notizbuch dagegen bleibt. Und es ist einfach zu groß, um im Alltag unterzugehen.
Als Journalistin sind Notizen für mich unverzichtbar. Bei Telefonaten schreibe ich oft 10, 20 Seiten mit. Dafür sidn die einfachen Ringbücher ideal. Gleichzeitig liebe ich schöne Printerzeugnisse: liebevoll gestaltete Kalender, schöneTerminplaner, Notizbücher mit schmuckvollen Umschlägen. Allerdings sind die hübsch gebundenen Bücher im Alltag oft unpraktisch.
Warum also nicht das Schöne mit dem Nützlichen verbinden – und damit für eine Firma gleich doppelten Mehrwert schaffen? So entstand die Idee zu unserem individualisierbaren Notizbuch für Landschaftsgärtner.
Was unser Notizbuch besonders macht:
Ihr Logo vorne drauf: Der Umschlag wird mit Firmenlogo und Adresse bedruckt. So wird das Buch zum Aushängeschild.
Spiralbindung: Es bleibt flach liegen – egal ob im Büro oder auf der Baustelle.
Kombinierte Seiten: Karierte und linierte Seiten im Wechsel sind perfekt für Mitschriften und kleine Pflanz- oder Gartenskizzen.
GaLaBau-Motive: Gartenbilder, in Zeichnungen umgesetzt, ziehen sich durch den Innenteil und zeigen, was Sie Tag für Tag tun.
Praktisches A5-Format: handlich genug für unterwegs, groß genug zum ernsthaften Arbeiten.
Das Notizbuch eignet sich nicht nur für den eigenen Gebrauch, sondern auch als Kundengeschenk. So bleibt Ihre GaLaBau-Firma bei jeder Notiz im Gedächtnis, Tag für Tag. Und : Einmal individualisiert, können Sie die Notizbücher jederzeit unkompliziert bei uns nachbestellen.
Schon früh wusste ich: Mein Beruf muss mit Schreiben zu tun haben. Doch der Weg dahin war alles andere als geradlinig. Ich habe mich beworben – bei Tageszeitungen, bei Journalistenschulen, bei Fachverlagen. Überall Absagen. Nach einem Ausflug in die PR-Welt (siehe Blogbeitrag) bekam ich schließlich ein Volontariat beim Holzmann Verlag in Bad Wörishofen. Meine Stationen für je ein halbes Jahr: das handwerk magazin, die Fleischerei, eine Zeitschrift namens Geldinstitute und Versicherungsbetriebe sowie die Deutsche Handwerkszeitung.
Hier habe ich meine Liebe zum Handwerk entdeckt. Damals schien es ein Wermutstropfen, nicht bei einer großen Tages- oder Wochenzeitung gelandet zu sein – heute weiß ich: Es war ein Glücksfall.
Nach dem Volontariat folgte ein kurzer Ausflug zu einer Hochschulzeitung. Dann bin ich in der Grünen Branche angekommen – und geblieben. Seit 25 Jahren erlebe ich hier eine Mischung aus Unternehmertum, Bodenständigkeit und Kreativität, die mich bis heute begeistert. Ich mag die Branche, ich mag die Menschen dort, ich mag diese Mischung.
Heute bin ich unendlich froh, dass ich im Fachjournalismus tätig bin. Es gibt einen Spruch im Journalismus „Schlechte Nachrichten sind gute Nachrichten“. Studien bestätigen: Negatives verbreitet sich schneller, prägt unser Weltbild stärker – und verkauft sich besser. Das hängt unter anderem mit unserer „menschlichen Programmierung“ zusammen: Es ist überlebenswichtig, Bedrohungen rechtzeitig wahrzunehmen.
Hätte es mit der Journalistenschule, der Anstellung bei einer Tageszeitung oder einem politischen Magazin geklappt, würde ich mir heute vielleicht auch reißerische Schlagzeilen überlegen. Dass es anders gekommen ist, dafür bin ich sehr dankbar. Zum einen habe ich als freiberufliche Journalistin das große Privileg, meine Themen selbst wählen zu dürfen.
Ich liebe es, Unternehmen zu porträtieren, ich finde es spannend, etwas über Materialien zu recherchieren, ich finde alles wichtig, was mit Kommunikation und Mitarbeiterführung zu tun hat. Das Allerwichtigste: Ich muss nicht ständig nach Negativem suchen. Ich darf darüber schreiben, was wächst, was gelingt, was Unternehmen besonders macht, welche Entwicklungen es gibt, um Produkte ressourcenschonender, haltbarer, besser recycelbar zu machen und wie Zusammenarbeit gelingt.
Ich bin der festen Überzeugung, dass der Fokus auf das, was funktioniert, mein persönliches Weltbild prägt. Was ich heute weiß: Ich wäre keine gute investigative Journalistin geworden. Ich bin – immer noch – davon überzeugt, dass die meisten Menschen ihr Bestes geben bzw. das tun, was ihnen im Moment gerade möglich ist. Vielleicht bin ich einfach eine Optimistin. Aber genau das möchte ich bleiben – als Journalistin und als Mensch.
August ist der Monat der Urlaubsbilder. In Storys, Feeds, im Whats App-Status – überall posten meine Kontakte Fotos von Füßen im Sand, dem Blick aufs Meer oder von einem Berggipfel, leckeren Drinks und neuen Eindrücken auf ihren Reisen. Bei mir: Fehlanzeige. Mein August bestand aus Telefonaten, Tippen am Schreibtisch und Wochenenddiensten im Kino. Die einzigen Höhenmeter verdanke ich der Lage meines Wohnorts im Allgäu.
Ich liebe meinen Job. Ich darf zuhören, Fragen stellen, Geschichten sammeln und daraus Texte machen. Die Telefonate führten mich quer durch Deutschland und immer wieder zu neuen Entdeckungen und Erkenntnissen. Was persönliche Erlebnisse und Eindrücke angeht, blieb der August blass. Mein iphone enthält ein paar neue Katzenbilder, ein paar Schnappschüsse von meinem Arbeitsweg und von meinen sporadischen Frühsportrunden – aber nichts, was ich in eine spannende Collage packen könnte.
Der Nebenjob im Kino brachte ein bisschen Abwechslung, weil ich dort Menschen begegne, im Gegensatz zu meinem Solo-Büro in Nesselwang. Da ich im Kino immer noch „der Lehrling“ bin, war es zwar bunt, aber auch anstrengend. Zumindest passierte dort etwas – wenn auch mehr auf der Leinwand als in meinem eigenen Leben.
Ich wohne dort, wo andere Urlaub machen, habe Berge, Seen und Wiesen direkt vor der Haustür. Im August habe ich sie kaum wahrgenommen. Eigentlich schade. Dass ich meine Arbeit liebe, ist einerseits ein Privileg. Andererseits muss ich aufpassen, dass sie mich nicht verschluckt. Der August ging rasend schnell vorbei und mir ist davon kaum etwas in Erinnerung. Das Highlight des Monats: eine selbst reparierte Waschmaschine.
Auch wenn mich Urlaub schon öfter mehr gestresst hat als mein Beruf: arbeitsfreie Zeit, die man nicht müde auf dem Sofa verbringt, ist trotzdem wichtig. Mein Fazit für diesen August: Arbeit darf nicht mehr das Einzige sein, was bleibt, wenn ich auf meinen Monat zurückschaue. Für den September nehme ich mir deshalb vor, mehr Momente zu sammeln, die im Gedächtnis bleiben. Mehr kleine Abenteuer, mehr Berge, Seen und Wiesen, mehr Erlebnisse – allein und gemeinsam.
Als ich mich als freiberufliche Journalistin für die Grüne Branche selbstständig machte, dachte ich vor allem an Recherche, Fachartikel und daran, wie ich mit Schreiben die nächsten Jahre Geld verdienen soll – aber nicht an Katzen.
Zunächst war da nur mein heimischer Schreibtisch mit sehr viel Ruhe und ohne Kollegen und Kolleginnen. Und dann: regelmäßiger Besuch aus der Nachbarwohnung – auf vier Pfoten, mit großen Augen und viel Fell.
Katzenfan war ich schon immer. Trotzdem hatte ich mir nie ein eigenes Haustier angeschafft – ich war schließlich mit dem Satz groß geworden: „Mit Hund oder Katze kannst du nie in den Urlaub fahren!“ Wellensittiche waren das höchste der Gefühle. Aber nun war da diese Katze. Sie kam, sah – und schlief. Täglich, am liebsten auf der Couch, die sich im selben Zimmer befand wie mein Schreibtisch. Und sie störte kein bisschen, im Gegenteil.
Eines Abends siegte die Neugier. Ich klingelte bei den Nachbarn: „Woher habt ihr eigentlich eure Mieze?“ Die Antwort: aus dem Tierheim. Und noch mehr: „Wir bringen sie morgen zurück – sie versteht sich nicht mit unserer anderen Katze.“
Fünf Minuten später hatte ich mehr als nur eine Antwort: Ich hatte eine Katze, ein geliehenes Katzenklo, zwei Näpfe und ein Starterpaket Futter. Mein Homeoffice hatte ein neues Teammitglied – die erste flauschige Mitarbeiterin war eingestellt. Unbefristet, versteht sich.
Minou war Seelentrösterin, Kollegin und Inspirationsquelle in einem. Heute lebt sie leider nicht mehr, aber ihre Nachfolge ist gesichert: Inzwischen besteht mein tierisches Backoffice-Team aus vier pelzigen Persönlichkeiten, jede mit einem ganz eigenen Spezialgebiet.