Viel Bewegung – ein bisschen weniger Kontrolle

Wenn ich den Mai in einem Satz zusammenfassen müsste, dann wahrscheinlich so: viel Bewegung – und ein bisschen weniger Kontrolle. Und zwar in mehrfacher Hinsicht.

Körperlich war dieser Monat deutlich aktiver als die Zeit davor – kein Wunder: Es war der erste Monat seit November ohne Schnee und Kälte. Mehr Bewegung, mehr draußen sein. Mal einfach laufen, mal ein „Mini-Triathlon“ morgens – erst mit dem Fahrrad zum Attlesee, dann dort Walken und zum Abschluss schwimmen (na gut: kurz untertauchen). Kein Hochleistungssport, aber genug, um zu merken: Das tut mir gut. Nicht als Pflichtprogramm und auch nicht unter dem Motto „man müsste mal“, sondern einfach, weil ich mich danach besser fühle.

Dazu kam etwas, was ich lange vor mir hergeschoben hatte: wieder ins Fitnessstudio gehen. Probetraining in Oy, Vertrag unterschrieben. Mal schauen, wie nachhaltig die Begeisterung ist – aber zumindest fühlt es sich gerade nach einem guten Schritt an.

Viel los im Kopf und auf dem Schreibtisch

Beruflich war der Mai voll. Sehr voll. Porträts, Fachartikel, Herstelleranfragen, Interviews, Themenplanung, Social Media, Strategiegespräche, Mails, Telefonate – manchmal hatte ich das Gefühl, ständig zwischen Themenwelten hin und herzuspringen.

Und trotzdem fiel mir in diesem Monat wieder auf: Ich bin unglaublich dankbar für meine Selbstständigkeit.

Ja, manchmal ist es viel. Und ja, manchmal arbeite ich zu lange oder denke zu viel parallel. Aber ich kann morgens an den See fahren. Ich kann später anfangen, dafür abends länger arbeiten oder einen Feiertag schlicht ignorieren. Ich muss niemanden fragen. Ich darf meine Arbeit weitgehend so gestalten, wie sie zu mir passt – projektbezogen, abwechslungsreich und selbstbestimmt, auch wenn die Verantwortung manchmal groß ist.

Das ist ein Privileg, das mir im Mai wieder sehr bewusst geworden ist.

Nicht alles reparieren

Ein großes Thema war außerdem Kontrolle. Oder vielleicht besser: das langsame Üben, nicht alles kontrollieren zu wollen.

Ich neige dazu, viel Verantwortung zu übernehmen, Dinge vorzudenken, Lösungen zu suchen und Unruhe möglichst schnell zu beseitigen – sowohl beruflich als auch privat. Vermutlich eine Mischung aus Fürsorge, Pragmatismus und einem gewissen Sicherheitsbedürfnis.

Im Mai habe ich zumindest angefangen zu üben, manches stehen zu lassen: nicht sofort zu reparieren, nicht jede Sorge direkt lösen zu wollen, mich nicht gleich angesprochen zu fühlen. Menschen ihre Verantwortung zu lassen – auch wenn mir das nicht immer leicht fällt.

Ob ich darin schon gut bin? Eher nicht. Aber ich glaube, ich werde ein kleines bisschen besser.

Die kleinen guten Dinge

Und dann waren da noch die kleinen Dinge, die den Monat schön gemacht haben: Katzenmomente zwischendurch – ein bisschen Streicheln, Gesellschaft auf der Terrasse oder Begleitung beim Spaziergang ums Haus. Das Läuten der Kuhglocken. Ein gutes Gespräch mit Kollegen. Comedy in Kempten. Eis von der Eisdiele gegenüber vom Büro – oder Kuchen aus dem Café im Erdgeschoss. Der Blick auf Berge und die Erkenntnis: Ich wohne wirklich verdammt schön.

Der Mai war kein Monat der großen Durchbrüche – aber einer, in dem sich einiges in Bewegung gesetzt hat.