Irgendwie dazwischen
Der März hatte etwas von „zwischen den Welten“: Zwischen Teams und Alleinsein, zwischen dazugehören und beobachten, zwischen konkreter Zusammenarbeit und eher losem Austausch.
Ein schöner Auftakt war ein Brunch, zu dem die Chefs meines „Kino-Minijobs“ die Mitarbeitenden eingeladen hatten. Für mich ist ein Essen mit Kolleginnen und Kollegen fast exotisch. Als Freiberuflerin habe ich keinen festen Platz in einer Organisation, kein „Wir“ im klassischen Sinn – und dann war ich hier mittendrin. Ungewohnt, aber sehr schön. Vor allem, weil man so die Menschen, mit denen und für die man arbeitet, noch ein bisschen besser kennenlernt.

Begegnungen vor Ort
Ein paar Tage später ging es zur Mitgliederversammlung des GaLaBau-Verbands Baden-Württemberg nach Karlsruhe. Ich freue mich immer, Menschen, die man fast das ganze Jahr nur über soziale Medien oder Messenger wahrnimmt, live zu sehen. Diesmal habe ich mich intensiver mit einigen Fördermitgliedern ausgetauscht und einige spannende Anregungen mitgenommen – unter anderem einen konkreten Tipp für meinen eigenen Besuch der GaLaBau im September.
Die Vorträge in Karlsruhe – zwei Coaches mit dem Schwerpunkt Führung – haben wieder einmal bestätigt: Am Wissen fehlt es nicht. Seit Jahren ist klar, was gute Führung ausmacht. Und trotzdem scheitert sie im Alltag erstaunlich zuverlässig.


Gar nicht so selten sind Mitarbeitende mit Widersprüchen konfrontiert, die Energie kosten: Sie sollen mitdenken, aber gleichzeitig jeden Schritt absichern lassen. Eigenverantwortung wird eingefordert – und im nächsten Moment wieder eingefangen. Dazu kommt eine Kommunikation, die entweder gar nicht stattfindet oder so spät, dass sie nur noch Schaden begrenzen kann. Statt Klarheit entsteht Reibung, statt Vertrauen Kontrolle. Und nicht selten drehen sich ganze Strukturen mehr um Befindlichkeiten als um Inhalte.
In solchen Momenten bin ich dankbar, freiberuflich zu arbeiten. Weil ich nicht nur Verantwortung übernehmen muss, sondern es auch darf. Und das ist ein großes Geschenk.
Fremd und doch mittendrin
Die Mitgliederversammlung in Hessen-Thüringen in Seeheim-Jugenheim begann mit einem anderen Gefühl: zunächst habe ich mich fremd gefühlt. Nach 25 Jahren als Journalistin in der Branche gibt es immer weniger vertraute Gesichter auf solchen Veranstaltungen. Am frühen Abend war ich innerlich schon auf dem Sprung. Und dann – wie so oft – entwickeln sich Gespräche. Begegnungen entstehen. Am Ende war es genau der richtige Ort zur richtigen Zeit. Und für mich wieder einmal die Erkenntnis, dass man den Dingen manchmal einfach ihren Lauf lassen muss.


Ähnlich ambivalent die Dataflor-Unternehmertage in Frankfurt auf dem DFB Campus. Inhaltlich spannend, thematisch klar in die Zukunft gerichtet – KI im GaLaBau, rund 180 Teilnehmende. Gleichzeitig auch hier dieses vertraute Gefühl des „Fremdseins“: Die Landschaftsgärtner untereinander bewegen sich auf einer anderen Ebene, mit gemeinsamen Erfahrungsräumen, die mir fehlen. Als Fachjournalistin stehe ich immer ein Stück daneben – was nicht unbedingt ein Nachteil ist.
Der Mehrwert solcher Termine liegt für mich genau darin: weniger im „Dazugehören“ als im Dazwischenstehen. Zuhören, Muster erkennen, Entwicklungen einordnen. Vielleicht ist das die Linie dieses Monats: nicht ganz irgendwo dazugehören – aber gerade darin arbeitsfähig sein.






Wenn es einfach funktioniert
Und gleichzeitig gibt es die andere Seite meiner Arbeit: wenn Dinge konkret werden und einfach funktionieren.
Parallel zu den Terminen sind die ersten GartenVisionen-Magazine bei den Kunden angekommen. Die Rückmeldungen sind bisher durchweg positiv. Seit mittlerweile 16 Jahren entwickeln wir hier in Nesselwang ein individualisierbares Kundenmagazin für GaLaBau-Betriebe – ein Produkt, das nicht wie ein Newsletter weggeklickt, sondern immer wieder in die Hand genommen wird.

Während in diesem Monat vieles in Bewegung war, setzt der März hier noch einmal einen ganz eigenen Schlusspunkt. Er hat sich mit viel Schnee im Allgäu verabschiedet. Im Rhein-Main-Gebiet war ich schon inmitten von Grün und Blüten, hier habe ich noch einmal zur Schneeschaufel gegriffen. Was den Frühling angeht, sind wir in Nesselwang nicht dazwischen – sondern deutlich dahinter.

