Wie gut, dass es die Altpapier-Sammlung gibt – sonst wäre ich wahrscheinlich nie zu meinem Volontariat gekommen – und damit zum Einstieg in meinen Traumjob als Journalistin. Dass ich schreiben wollte, war mir seit meinem ersten Artikel klar. Denn der erste Schritt in meine journalistische Karriere begann nicht mit einer Journalistenschule, sondern mit einer Anzeige in einer bereits entsorgten Zeitung.
Vom Studium zum Schreiben?
Wir schreiben das Jahr 1996. Ich wohne in Fürstenfeldbruck und habe gerade mein Diplom in Sozioökonomie in der Tasche. Falls jetzt Fragezeichen auftauchen: das ist ein interdisziplinäres Studium aus Soziologie, Psychologie, BWL und VWL. Von allem ein bisschen, aber nichts so richtig. Damit kann man also eigentlich nur drei Dinge machen: Politiker werden, im Marketing landen – oder im Journalismus.
Schreiben als Beruf – ja, das war zu diesem Zeitpunkt für mich absolut vorstellbar. Entweder in einer Redaktion oder in der Presseabteilung eines Unternehmens. Eine Bewerbung an einer Journalistenschule habe ich zwar in Erwägung gezogen, mich aber nicht getraut. Nur eine Bewerbung für ein Volontariat beim Holzmann-Verlag in Bad Wörishofen habe ich abgeschickt – und eine halbe Absage kassiert. Kein Platz im Moment, aber man wolle meine Unterlagen behalten. Na gut.
Erste Schritte in die PR – und erste Zweifel
Stattdessen fing ich in einer sehr kleinen PR-Agentur in München an. Dort war man technisch allerdings noch in den 1980er Jahren hängengeblieben. Schreibmaschine statt Computer, wenig zu tun und kaum Perspektive. Ich wollte doch lernen, richtig einsteigen, wissen, wie Kommunikation funktioniert!
Immerhin überredete ich den Chef zur Anschaffung eines Macs – und brachte mir in der Leerlaufzeit Corel Draw bei. Trotzdem: Der Job war nichts, was mich langfristig erfüllt hätte. Also machte ich mich im Frühjahr 1997 erneut auf die Suche.
Der Zufall im Abfall
Damals suchte man Jobs noch klassisch in der Zeitung – konkret: in der Samstagsausgabe. Ich hatte die Süddeutsche Zeitung im Abo, die täglich per Post ins Haus flatterte. In meinem Altpapierstapel hatten sich einige mehr oder weniger gelesene Ausgaben angesammelt. Also wühlte ich mich durch – und stolperte über eine Anzeige: Der Holzmann-Verlag suchte erneut eine/n Volontär/in.
Moment mal – war das nicht genau der Verlag, bei dem ich mich Monate zuvor beworben hatte? Ein kurzer Anruf genügte, und ich wurde zum Vorstellungsgespräch eingeladen. Kurze Zeit später hatte ich die Stelle – und war offiziell Volontärin beim Holzmann-Verlag.
Fachverlag statt Journalistenschule – und nichts bereut
In der ersten Zeit habe ich mich gefragt, ob eine Ausbildung an einer renommierten Journalistenschule nicht „cooler“ gewesen wäre als ein Volontariat in einem Fachverlag. Aber heute weiß ich: Es war genau der richtige Weg.
Warum? Das erzähle ich euch in einem der nächsten Blogbeiträge.
Falls euch interessiert, wie ich überhaupt zum Schreiben gefunden habe: hier gehts zur Geschichte!
Foto: Michael Bußmann from Pixabay
