Zwei Städtetrips, ein Jubiläum und eine Bergwanderung – der Juni war vollgepackt mit netten Begegnungen, freudigen Ereignissen und einem Abschied zum richtigen Zeitpunkt.

Mein Juni 2025 begann mit einem Jubiläum: 20 Jahre Selbständigkeit als freiberufliche Journalistin. Ich erinnere mich noch genau: im April 2005 habe ich meinem Papa gesagt, dass ich meine Festanstellung in einem Redaktionsbüro gekündigt habe. Ich glaube, er hatte ungefähr ein Jahrzehnt Bauchschmerzen, ob das auch alles gut geht. Ja, es ist gut gegangen – und das bleibt auch so. Das Jubiläum hat er leider nicht mehr miterlebt, aber zumindest 18 Jahre erfolgreiche Freiberuflichkeit.

Ein Highlight im Juni war eine Geschäftsreise nach Hamburg. Dort fand die Mitgliederversammlung von Element Green statt, einem Netzwerk von Innenraumbegrünern, das seit diesem Jahr zu meinen Kunden gehört. Darüber freue ich mich übrigens sehr. Zum einen, weil die Firmen spannende, kreative Projekte realisieren, beispielsweise den Living Tree im Radisson Hotel in Berlin. Zum anderen, weil es ganz besondere Menschen sind – wie viele, die mit Grün ihren Lebensunterhalt verdienen. Und wie bei allen Veranstaltungen, die von Gärtnern organisiert werden, gab es ein tolles (und natürlich auch grünes) Rahmenprogramm. Am ersten Abend bekamen wir eine Führung durch den Hamburger Bunker, am zweiten Abend gab es eine Hafenrundfahrt mit Besuch im Miniaturwunderland.

Im Juni fand in Eisenach die Freilandmesse demopark statt. Und ich habe – wie jedes Jahr – festgestellt, dass Messebesuche nicht zu meinen Lieblingsterminen gehören. Große Menschenmengen an einem Ort finde ich herausfordernd. Ich lebe in einem relativ überschaubaren Ort im Allgäu und habe auf Messen nach einer halben Stunde meistens schon mehr Leute gesehen als sonst in einem Monat. Was ich allerdings mag: Kollegen wiedersehen und mich mit Firmenvertretern, die ich sonst nur per Mail kenne, live treffen.

Ein Kollege hat die Freilandmesse in Eisenach treffend als 30er-Messe beschrieben: entweder 30 Grad Hitze oder 30 Stundenkilometer Wind oder 30 Liter Regen auf den Quadratmeter. Was er vergessen hat: 30 Kilometer Stau auf den Zufahrtswegen zur Messe. Die Anfahrt dauerte jeden Tag zwei Stunden – das ist wohl das Los, wenn man nicht schon um 8 Uhr auf die Messe fährt. Und in diesem Jahr legte der Wind sogar noch einen Zahn zu: am zweiten Messetag wurde die demopark um 15 Uhr wegen Sturmwarnung sogar geräumt – siehe Video. Ganz so schlimm wie befürchtet wurde es dann allerdings doch nicht.

Nach drei Tagen Messe habe ich mir einen freien Tag gegönnt – mit einer besonderen Mission. Im November 2023 ist mein Papa gestorben. Ich habe auf Nachfrage ein kleines Tütchen mit seiner Asche bekommen. Im April habe ich einen Teil davon im Schönbuch verstreut – seinem Lieblingswald, in dem er gerne und viel spazieren gegangen ist, als er noch in Weil im Schönbuch gewohnt hat.

Seine Urlaube hat er fast immer in Nesselwang verbracht und sich die dortige Bergwelt erwandert. Also habe ich das schöne Wetter genutzt und bin mit dem anderen Teil der Asche auf den Edelsberg gewandert. Jetzt ist Papa für immer an seinen Lieblingsorten. 2024 konnte ich auf diese Weise noch nicht Abschied nehmen – in diesem Jahr fühlt sich das sehr passend und sehr friedlich an. Und ich glaube, es hätte ihm gefallen.