Arbeit, nichts als Arbeit
August ist der Monat der Urlaubsbilder. In Storys, Feeds, im Whats App-Status – überall posten meine Kontakte Fotos von Füßen im Sand, dem Blick aufs Meer oder von einem Berggipfel, leckeren Drinks und neuen Eindrücken auf ihren Reisen. Bei mir: Fehlanzeige. Mein August bestand aus Telefonaten, Tippen am Schreibtisch und Wochenenddiensten im Kino. Die einzigen Höhenmeter verdanke ich der Lage meines Wohnorts im Allgäu.
Ich liebe meinen Job. Ich darf zuhören, Fragen stellen, Geschichten sammeln und daraus Texte machen. Die Telefonate führten mich quer durch Deutschland und immer wieder zu neuen Entdeckungen und Erkenntnissen. Was persönliche Erlebnisse und Eindrücke angeht, blieb der August blass. Mein iphone enthält ein paar neue Katzenbilder, ein paar Schnappschüsse von meinem Arbeitsweg und von meinen sporadischen Frühsportrunden – aber nichts, was ich in eine spannende Collage packen könnte.




Der Nebenjob im Kino brachte ein bisschen Abwechslung, weil ich dort Menschen begegne, im Gegensatz zu meinem Solo-Büro in Nesselwang. Da ich im Kino immer noch „der Lehrling“ bin, war es zwar bunt, aber auch anstrengend. Zumindest passierte dort etwas – wenn auch mehr auf der Leinwand als in meinem eigenen Leben.
Ich wohne dort, wo andere Urlaub machen, habe Berge, Seen und Wiesen direkt vor der Haustür. Im August habe ich sie kaum wahrgenommen. Eigentlich schade. Dass ich meine Arbeit liebe, ist einerseits ein Privileg. Andererseits muss ich aufpassen, dass sie mich nicht verschluckt. Der August ging rasend schnell vorbei und mir ist davon kaum etwas in Erinnerung. Das Highlight des Monats: eine selbst reparierte Waschmaschine.


Auch wenn mich Urlaub schon öfter mehr gestresst hat als mein Beruf: arbeitsfreie Zeit, die man nicht müde auf dem Sofa verbringt, ist trotzdem wichtig. Mein Fazit für diesen August: Arbeit darf nicht mehr das Einzige sein, was bleibt, wenn ich auf meinen Monat zurückschaue. Für den September nehme ich mir deshalb vor, mehr Momente zu sammeln, die im Gedächtnis bleiben. Mehr kleine Abenteuer, mehr Berge, Seen und Wiesen, mehr Erlebnisse – allein und gemeinsam.
